Margaret MacMillan

Krieg

Wie Konflikte die Menschheit prägten
Cover: Krieg
Propyläen Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783549100424
Gebunden, 384 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Klaus-Dieter Schmidt. Von den Stammeskämpfen der Frühgeschichte über die Feldzüge Alexanders, Cäsars und Napoleons, den desaströsen Zweiten Weltkrieg bis zu den blutigen Konflikten unserer Gegenwart: Kaum etwas hat die Geschichte der Menschheit, ihre Institutionen, Werte und Ideen so geprägt wie die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Staaten und Völkern. Wann und wie begann der erste Krieg? Ist es von der Natur vorgegeben, dass Menschen gegeneinander kämpfen? Wieso sind Kriegsmaschinerien perfekt organisiert und fast alle Soldaten Männer? Margaret MacMillan schildert anhand der militärischen Konflikte von der Antike bis zur Gegenwart, wie diese unsere Vergangenheit, unsere Entwicklung, unsere Sicht auf die Welt und unser Selbstverständnis bestimmt haben.  Unsere Sprache, unser öffentlicher Raum, unsere privaten Erinnerungen, selbst große kulturelle Schätze spiegeln Ruhm und Elend des Krieges wider. Seine Ambivalenz  liegt darin, dass er nicht nur zerstört, sondern auch zum technischen, organisatorischen, politischen und sogar künstlerischen Fortschritt beiträgt. All dies zeigt Margaret MacMillans große Kulturgeschichte.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.10.2021

Zwiespältig liest sich die Kritik des Großgeostrategen Herfried Münkler über diese Generalgeschichte des Krieges, die für ihn kein endgültiges Urteil über das Phänomen erbringt. Er schildert die Historikerin Margaret MacMillan als zu klug, um von der Ambivalenz bei der Bewertung historischer Phänomene ablassen zu können. Als Gegenfolie nennt er den munteren Optimismus von Steven Pinker und Ian Morris, die aber eben keine Historiker sind und ihre Thesen darum effizienter zuspitzten. Nicht dass Münkler McMillan nicht mit Interesse resümiert. Aber auf seine eingangs gestellte Frage, ob der Krieg nicht eventuell doch der Vater aller Dinge ist und Modernisierung von Gesellschaften bewirkt, findet er hier kein klares Ja. Man erfährt bei MacMillan viel, weiß am Ende aber nicht, ob man etwas gelernt hat, resümiert der etwas ratlose Kritiker.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 16.09.2021

Rezensent Wolfgang Schneider lernt alles, was er über Krieg wissen muss mit diesem "essayistischen" Buch der kanadisch-britischen Historikerin Margaret MacMillan. Gut lesbar erläutert ihm die Autorin in neun Kapiteln wesentliche Fragen rund um die Weltgeschichte des Krieges, reich belegt mit Beispielen. Mit großem Interesse liest Schneider etwa von den "produktiven" Seiten von Kriegen: Das Steuer- und Finanzwesen etwa entwickelte sich entlang der Bedürfnisse der Kriegsfinanzierung, auch die Emanzipation der Frau trieben die Weltkriege voran, da Frauen oft Männerpositionen einnehmen mussten, erfährt der Rezensent. Natürlich führt ihm MacMillan in ihrem, wie er findet, "spannenden" Buch neben den sich seit Jahrhunderten kaum verändernden Kriegsmotiven auch Chaos, Zerstörung und Tod vor Augen. Ein paar Beipiele weniger hätten es allerdings auch getan, wendet Schneider sanft ein.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 06.09.2021

Rezensent Matthias Bertsch folgt der Aufforderung der Historikerin Margaret MacMillan, über den Krieg nachzudenken. Dass der Krieg nicht einfach nur böse ist, sondern schon immer ein bedeutsamer Teil unserer gesellschaftlichen Realität, vermittelt die Autorin dem Rezensenten in den vor allerhand interessanten Details strotzenden neun Kapiteln des Buches. Bertsch erfährt, wie sich die Einstellung zum Krieg im Lauf der Zeit verändert hat, wie eng die Verbindung von "gutem", produktiven wissenschaftlichen Fortschritt und Kriegswirtschaft seit jeher ist und wie das Verständnis von Krieg sich durch die Französische Revolution wandelte. Die fatalen Folgen des Krieges bleiben dem Rezensenten beim Lesen stets gegenwärtig.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2021

Man kann Kriege schrecklich finden, aber darüber nachdenken sollte man dennoch, lernt Matthias Bertsch aus diesem Buch der Historikerin Margaret MacMillan, die auf einer sehr breiten Basis über Kriege nachdenkt: Wie sie entstehen, wie sie sich verändern, was sie auslösen und - was sie bringen, im Bösen wie im Guten. Denn Kriege, referiert Bertsch, haben immer auch die technische und soziale Entwicklung von Menschen vorangetrieben. Kurz: Es gibt immer noch viel zu lernen über den Krieg.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2021

Rezensent Milos Vec bekommt mit dem Buch der Historikerin Margaret MacMillan eine Universalgeschichte des Krieges mit Einschränkungen. Die Autorin konzentriert sich trotz weltgeschichtlichem Anspruch auf die atlantische Welt im 19. und 20. Jahrhundert und hebt besonders das britische Empire hervor, stellt Vec fest. Dennoch kann sie dem Rezensenten vermitteln, dass Krieg ein allgegenwärtiges Phänomen war und ist. Schon Ötzi hatte Blut am Messer, lernt Vec. Die Bedeutung von Krieg für nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche führt MacMillan Vec zudem so anschaulich vor Augen, dass er den Schlachtenlärm zu hören meint. Hinzu kommen Anekdoten und Autobiografisches aus der Familiengeschichte der Autorin. Ergibt für Vec einen höchst nüchtern verfassten wie aufschlussreichen Überblick, der vom Schrecken wie auch von der von manchem Zeitgenossen empfundenen Schönheit des Krieges berichtet. Was der Leser dadurch gewonnen hat für den Umgang mit künftigen (technisch hochgerüsteten) Kriegen, ist Vec allerdings nicht ganz klar.
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