Aus dem Amerikanischen von Sean McMeekin. Der Erste Weltkrieg markierte in seinem Ausmaß an Grausamkeit und Zerstörung die bis dahin größte Katastrophe, die Europa je erlebt hatte. Doch ein wichtiger Teil der historischen Hintergründe lag bis vor Kurzem im Dunkeln. Während die meisten Experten den Ausbruch des Kriegs dem deutschen und österreichisch-ungarischen Militarismus anlasten, belegt der Historiker Sean McMeekin mit neuen Quellen, dass die aggressivsten Kriegstreiber aus Russland und Frankreich stammten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.08.2014
Im Meer der geschichtswissenschaftlichen Arbeiten zu den Ursachen des Ersten Weltkriegs begrüßt Dominik Geppert die Studie des amerikanischen Historikers Sean McMeekin als Suche nach einer Mittelposition zwischen der Frage nach dem "Wer" und der nach dem "Wie". Laut Rezensent schaut der Autor bei seiner Untersuchung auf die europäischen Großmächte und stellt fest, dass jede ihre ganz eigenen Interessen daran hatte, den Krieg nicht zu verhindern, und der Plan zur Eskalation nicht allein in Berlin gemacht wurde. Dass McMeekin dennoch nicht alle Akteure über einen Kamm schert, sondern mittels minutiösem Akten- und Quellenstudium Grade der moralischen Verantwortung feststellt, findet Geppert überzeugend. Der deutschen Führung fällt so wiederum erheblicher Anteil an der Verantwortung und am Kriegsausbruch zu.
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