Aus dem Ukrainischen von Beatrix Kersten und und Jutta Lindekugel. Die große politische Biografie des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski - ein notwendiger Blick in die jüngere Geschichte der Ukraine "Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit". Im Februar 2022 geht dieser Satz um die Welt. Über Nacht wird Wolodimir Selenski vom angeschlagenen Präsidenten der gefühlt fernen Ukraine zur zentralen Figur im Kampf für ein freies Europa. So wenig sich der Westen trotz des Kriegs im Donbass für die Ukraine interessierte, so wenig war bekannt über den Mann, der vom Juristen zum Komiker zum Staatsmann geworden war und nach den Maidan-Protesten gegen Korruption und für eine Annäherung an Europa antrat. Sergii Rudenko, seit vielen Jahren Journalist in Kiew, hat Selenskis erste Biografie geschrieben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2022
Rezensent Reinhard Veser bedauert, dass Sergii Rudenkos politische Biografie über den ukrainischen Präsidenten für deutsche Leser großteils ungenießbar bleibt. Das liegt laut Veser vor allem daran, dass sich der Autor mit Kontextualisierungen von Personen und Fakten der ukrainischen Politik leider kaum aufhält. Für Ukrainer, die mit Kultur und Politik im Land vertraut sind, kein Problem, für deutsche Leser fatal, findet Veser. Bleibt das unvollständige Bild einer höchst widersprüchlichen Politikerbiografie, die in die Geschichte eingehen wird, wie der Rezensent festhält. Das Buch aber ist für ihn eine vertane Gelegenheit.
Rezensent Klaus Hillenbrand ist ratlos angesichts dieser Selenski-Biografie von Sergii Rudenko. Ein Buch für Ukrainer und Ukrainerinnen, die mit dem umfangreichen Politensemble im Buch vertraut sind, mutmaßt er. Deutsche Leser aber stehen verloren vor der schieren Zahl der Handelnden im Buch, vor all den ausgebreiteten Intrigen und Ränkespielen, fürchtet Hillenbrand, zumal der Band kein Personenregister hat. So, ohne hilfreiche Hintergründe, ist das Buch für den Rezensenten eine weitgehend unbefriedigende Lektüre, die laut Hillenbrand immerhin den TV-Selenski vom Kriegspolitiker zu scheiden weiß, doch leider angereichert ist mit allerhand "sprachlichen Schnitzern".
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