Seyran Ateş ist gläubige Muslimin. Die fundamentalistischen Tendenzen im Islam empören sie. Doch die letzten Jahre haben gezeigt: Gegen diese Entwicklungen anzuschreiben reicht nicht aus. Deshalb hat sich Ateş entschlossen, gemeinsam mit anderen Muslimen eine liberale Moschee in Berlin zu gründen.
In Deutschland herrscht der türkische Staatsislam. Die meisten aktiven Imame haben ein gestörtes Verhältnis zur Religionsfreiheit, zur Gleichberechtigung und zum Recht auf Homosexualität. Sie predigen einen Islam von vorgestern - mit der Folge, dass liberale Muslime bei uns heimatlos geworden sind. Daran möchte Seyran Ateş etwas ändern. Sie gewinnt Mitstreiter für die Gründung einer reformierten Moschee in Berlin und baut ein internationales Netzwerk von liberalen Muslimen auf. Sie lernt Arabisch und lässt sich in Istanbul zur Imamin ausbilden. Das engagierte Buch einer modernen Muslimin, die ihren Glauben leben will und sich nicht von patriarchalen Strukturen und den Dogmen der Strenggläubigen einschüchtern lässt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2017
Mechthild Küpper liest das zur Eröffnung der Berliner Ibn-Ruschd-Goethe-Moschee erscheinende Buch der Rechtsanwältin und Imamin Seyran Ates als Werbung für einen modernen, liberalen Islam und einen barmherzigen Allah. Wie politisch die Autorin aber auch denkt, weiß Küpper zu schätzen. Das Buch erscheint ihr als Leitartikel, Autobiografie und aktivistisches Manifest in einem, da Ates hier ihren Weg zu Religion, zum Westen und gegen die religiöse Doktrin nachzeichnet. Neben politischen Begründungen einer modernen Lesart des Islam, entdeckt Küpper im Text auch jede Menge religiöse Gründe, sich der eigenen Urteilskraft zu bedienen.
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