Sherwood Anderson

Winesburg, Ohio

Cover: Winesburg, Ohio
Manesse Verlag, Zürich 2026
ISBN 9783717525226
Gebunden, 384 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Eike Schönfeld, mit einem Nachwort von Daniel Kehlmann. Sherwood Andersons elegisches Midwest-Epos in der für seine Lakonie gerühmten Übersetzung Eike Schönfelds - ein Schlüsselwerk der US-ModerneSehnsüchte, Hoffnungen und Träume bestimmen den Alltag der Menschen in Winesburg. Wing Biddlebaum verlor durch ein fatales Missverständnis seine Stelle als Lehrer und mit ihr seine Seelenruhe. Alice Hindman wartet auch elf Jahre nach deren Verschwinden noch verzweifelt auf die Rückkehr ihrer Jugendliebe. Der Arzt Mr. Reefy schreibt seit dem Tod seiner Frau Gedankensplitter auf kleine Zettel und wirft sie weg. Selbst die Existenz des jungen Lokalreporters George Willard, der neugierig all diese Schicksale sammelt, ist nicht frei von tragischen Verstrickungen. Schrullige, einsame Charaktere bevölkern das Städtchen Winesburg in Ohio, einen Ort auf der literarischen Landkarte, dem Autoren bis heute ihre Reverenz erweisen.Mit der Neuübersetzung lässt sich die archaische Sprachgewalt dieses wegweisenden Klassikers der Moderne neu entdecken.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.05.2026

Rezensent Rainer Moritz liest mit diesem Buch von Sherwood Anderson das "vielleicht unbekannteste Meisterwerk" aus der amerikanischen Literatur des letzten Jahrhunderts, wie er überschwänglich verkündet. Das Original ist von 1919, eine erste gekürzte Übersetzung hatte es bereits 1958 gegeben, die neuere von Eike Schönfeld dürfte nun zu einer größeren Verbreitung des Buches beitragen, hofft Moritz. Ob es sich hierbei um einen Roman oder eine Kurzgeschichtensammlung handelt, lässt sich gar nicht so genau definieren, ist für Moritz aber auch nicht so wichtig. Für ihn ist es in erster Linie ein ziemlich spannender Kniff, die Geschichten um Außenseiter, verschrobene Gestalten, Lehrer unter Pädophilieverdacht und Männer, die keine Frau abbekommen, durch eine Figur miteinander zu verbinden. Diese Figur ist der Journalist George Willard, der die Geschichten des Örtchens Winesburg festhält. Der Kritiker lobt, wie Anderson sowohl das Allgemeingültige von Kleinstadterfahrungen als auch die speziellen Probleme des frühen 20. Jahrhunderts zwischen Krieg und Industrie verhandelt und so ein eindrucksvolles Buch über "existenzielle Einsamkeit" geschrieben hat.

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