Aus dem Japanischen und mit einem Nachwort zur Übersetzung von Thomas Eggenberg. Mit einem Nachwort von Eduard Klopfenstein. Im abgelegenen, rauen japanischen Hochland beherrscht die archaische Natur das Leben der Dorfbewohner. Im Schatten des mächtigen Berges Narayama haben sie gelernt, ihren Rhythmus dem der aufspringenden Knospen anzupassen. Doch jeder Winter ist hart, und das Wohl der Familie steht an erster Stelle. So auch für die zähe, fürsorgliche Orin, die sich unentwegt um das Glück ihres Sohnes sorgt. Noch vor Ende des Jahres muss sie ihm eine Frau finden. Beginnt erst der Winter, wird sie keine Gelegenheit mehr dazu haben. Denn der Brauch gebietet, dass sich die Alten mit siebzig auf eine Reise begeben, von der sie nicht zurückkehren. Fukazawa erzählt eine japanische Legende im Hier und Jetzt, eine Geschichte von Leben und Tod, Liebe, Würde und Hingabe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.10.2021
Für Rezensentin Kerstin Holm ist Shichiro Fukazawas Roman von 1955 ein Geschenk aus einer anderen Welt. In neuer Übersetzung von Thomas Eggenberg und in schöner Aufmachung, versehen mit Anmerkungen und Nachwort, bietet ihr der Text die "ethnografisch akribische" Erfindung einer Legende. Fukazawa erzählt von einer Bergregion und dem dort gepflegten Ritus, der alte Menschen zum Sterben auf einen heiligen Berg beordert. Holm folgt der Hauptfigur, der 69-jährigen Orin, bei ihrem letzten Gang, lernt die Lieder und Sozialstrukturen ihres Dorfes kennen und die Stationen des Aufstiegs bis in den Bezirk der Toten.
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