Tsitsi Dangarembga

Verleugnen

Roman
Cover: Verleugnen
Orlanda Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783949545092
Kartoniert, 306 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Anette Grube. "Verleugnen" ist der zweite Band der Tambudzai Trilogie. Als Simbabwe die Unabhängigkeit erlangt, beginnt die Protagonistin Tambudzai Sigauke ihr zweites Jahr am Young Ladies' College of the Sacred Heart. Eine Schule, in der die Rassenkonflikte des kolonialen, vorstaatlichen Simbabwes tief verankert sind. Die Missionsschule wird von weißen Nonnen geführt, die es als Beweis ihrer Nächstenliebe sehen, dass sie Schwarze Schülerinnen - fünf an der Zahl - in die Schule aufgenommen haben. Doch die Schülerinnen führen ein ungleiches Leben: So müssen die Schwarzen Schülerinnen alle gemeinsam in einem Raum, der als "afrikanischer Schlafsaal" bekannt ist, übernachten. Und obwohl Tambudzai, die sehr ehrgeizig ist, die besten Noten ihres Jahrgangs hat, gelingt es ihr nicht, in die Ehrenliste der Schule aufgenommen zu werden - stattdessen wird der erste Platz von einem weißen Mädchen namens Tracey besetzt. Je mehr sie sich anstrengt, anerkannt zu werden, desto weiter fühlt sich Tambu von jeder Belohnung entfernt und die Auswüchse des Kolonialismus drohen ihr bei jedem Schritt ein Bein zu stellen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2022

Wer wissen will, wie ein junges, strahlendes, hoffnungsfrohes schwarzes Mädchen im Simbabwe (damals Rhodesien) der 60er Jahre gebrochen wurde, der muss diesen zweiten Roman von Dangarembgas Trilogie lesen, meint Rezensent Fridtjof Küchemann. Rassismus und eine patriarchalische Gesellschaft machen es der jungen Tambu praktisch unmöglich, in der Schule (auf der sie eins von nur wenigen schwarzen Mädchen ist) und im Beruf so erfolgreich zu sein, wie sie es verdient hätte. Die ganzen kleinen Gemeinheiten schildert Dangarembga mit "größter Genauigkeit", aber der Roman geht tiefer und erzählt auch von den "Wurzeln des heutigen Gewaltregimes in Simbabwe", erklärt der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 14.09.2022

Mit "Verleugnen" liegt nun auch der bisher fehlende Mittelteil von Tsitsi Dangarembgas simbabwischer Trilogie über die junge Tambudzai vor. Wie Rezensentin Dina Netz informiert, erzählt dieser Band von den siebziger Jahren, in denen Tambudzai eine weiße Klosterschule besucht, während die schwarzen Rebellen von Zanu und Zapu den Guerillakrieg gegen das rhodesische Siedlerregime beginnen. Mit welch "anayltischer Genauigkeit" Dangarembga den Weg des Mädchens verfolgt, das hochintelligent ist und trotzdem chancenlos bleibt, beeindruckt die Rezensentin, die sich weitere Urteile oder Einordnungen in ihrer etwas oberflächlichen Kritik spart.

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