Herausgegeben von Norbert Otto Eke und Hartmut Steinecke. Ausgehend von einer Erörterung methodischer Grundprobleme und der Skizzierung wesentlicher Kontroversen befasst sich der Band in seinem ersten Teil mit übergreifenden Fragestellungen der deutschsprachigen Shoah-Literatur in ihrer gesamten thematischen Vielfalt und historischen Erstreckung: vom Beginn der Verfolgung der Juden 1933 über die Zeit ihrer systematischen Vernichtung bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1949, von den Entwicklungen in der Bundesrepublik und der DDR 1949-1989 bis in die unmittelbare Gegenwart. Zentrale Themen und Fragestellungen werden gesondert behandelt: die "Zeugnisliteratur" von Überlebenden der Konzentrationslager, die Kinder- und Jugendliteratur zur Shoah sowie die internationale Shoah-Literatur, die in Deutschland in vielen Übersetzungen teils zeitgleich, teils zeitversetzt rezipiert wurde. Die genannten Probleme und Aspekte werden im zweiten Teil des Bandes anhand von Porträts von Autorinnen und Autoren konkretisiert, in deren Werk die Shoah eine wichtige Rolle spielt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2007
Als "eindrucksvolles Nachschlagewerk" bezeichnet Rezensent Jakob Hessing den von Norbert Otto Eke und Hartmut Steinecke herausgegebenen Band "Shoah in der deutschen Literatur". Das Buch versammelt 25 wissenschaftliche Beiträge zu meist belletristischer Literatur, die die Vernichtung der europäischen Juden beschreibt. Der Rezensent lobt die gut zusammengestellte Auswahl, die den Gegenstand aus vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachte und ihn sowohl historisch als auch thematisch auffächere. Die meist international bekannten Literaturwissenschaftler leisten dabei immer mehr als einen bloßen Überblick, weil sie eigene, spannende Thesen entwickeln, begeistert sich der Rezensent. Mit seinem umfangreichen Register liefere der Sammelband darüber hinaus auch einen fundierten Überblick. Besonders erwähnenswert erscheint dem Rezensenten der Beitrag von Volker Neuhaus über Günther Grass' Schreiben nach Auschwitz, der noch vor Grass' "Selbstenthüllung" entstand. Er biete die seltene Möglichkeit zur Rekonstruktion des früheren Bildes des Schriftstellers.
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