Irgendwo in NRW sperrt man die junge, melancholische Babysitterin mit fremden Kindern ein und lässt sie in Mikrokosmen eindringen, für die normalerweise Atemmaske und Schutzkleidung vorgeschrieben sind. Trotz trister Aussichten und schlechtem Spielzeug übt Sobierajski, sich lustig zu machen und das Sich-Fürchten zu verlernen. Sie verliebt sich in den heimatlosen Mustafa, mit dem sie bald Matratze und ein dunkles Schicksal teilt. Denn Mustafa ist in Gefahr, und wehe dem, der sich in Gefahr begibt. Wie Weltraumschrott geistern schräge Kinder und Erwachsene durch diesen Roman, der unsere poppige und blutige Zeit reflektiert. Vor schattenreichem Hintergrund entwickelt sich die große, bange Frage: Was wird nur aus den Liebenden? Und können sie zusammenbleiben?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2001
Sebastian Domsch findet zwar, dass es sich bei Szymanski um eine durchaus talentierte Erzählerin handelt. Doch die Crux des vorliegenden Buchs sei, dass sie sich damit nicht begnügt, sondern "mehr will". Und so wird, wie der Leser erfährt, die Liebesgeschichte zwischen der Protagonistin Agnes und dem "Bilderbuchmacho" Mustafa aufgerollt, die Domsch nicht nur banal findet, sondern auch heikel. Dem Rezensenten ist deutlich anzumerken, dass er die freiwillige Unterwerfung Agnes' nicht nur fürchterlich, sondern auch nicht überzeugend dargestellt findet. Darüber hinaus stört ihn an diesem Roman, dass hier althergebrachte Klischees vom 'bösen fremden Mann' bedient werden - nicht nur weil Mustafa nach einer undurchsichtigen Bedrohungsgeschichte, bei der nicht klar wird, ob Mustafa die nur erfunden hat oder ob sie real ist, mit Agnes' Erbe durchbrennt. Auch die vielen "an jeder Ecke stehenden dunkelhäutigen Männer", die die Protagonistin am liebsten verführen würden, tragen nach Domsch dazu bei, dass das Buch zu einer "zweifelhaften Parabel" wird.
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