Aus dem Norwegischen von Thorsten Alms. Norwegen 1942. Rakel und Jacob Feldmann wagen den mutigen Versuch, vor dem nationalsozialistischen Regime nach Schweden zu fliehen. Doch kurz vor dem Ziel werden sie von ihren eigenen Fluchthelfern ermordet. Nur wenige Wochen darauf gelingt einer anderen jüdischen Familie die Flucht; sie übersteht den Krieg im Exil. Zwei Generationen später entdeckt der Autor Simon Stranger, dass die Schicksale dieser beiden Familien eng miteinander verbunden sind - eine Erkenntnis, die auch seine eigene Familiengeschichte in ein völlig neues Licht rückt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.07.2025
Rezensentin Katharina Granzin empfindet trotz der Ausschnitthaftigkeit der Historie, die Simon Strangers Buch mit sich bringt, dass die Lektüre sie der Wahrheit näherbringt. Stranger legt seinen Text mittels Fotos und Dokumenten als Erzählung über menschliche Schicksale an, als dokumentarischen Roman über einen Mordfall im Jahr 1942, bei dem ein Fluchthelfer einen Polizisten erschießt. Granzin bemerkt die sich kreuzenden Lebensgeschichten, Schauplätze und Details auch aus der Familiengeschichte des Autors, die Stranger so arrangiert, dass der Leser den Eindruck erhält, alles hänge mit allem zusammen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2025
Als einen außergewöhnlichen Roman, der auf historischen Ereignissen basiert, beschreibt Rezensent Fridtjof Küchemann Simon Strangers Buch. Es beruht auf der Familiengeschichte des Autors: Es geht um zwei Fluchthelfer, die Strangers Großmutter, die vor den Nazis nach Norwegen geflüchtet war, das Leben retteten. Gleichzeitig waren diese Fluchthelfer, Håkon Løvestad und Peder Pedersen, aber auch für den Tod eines jüdischen Ehepaares verantwortlich, das bei ihnen Unterschlupf gefunden hatte. Dieser im Norwegen der Nachkriegszeit viel diskutierte Fall wird im Roman aufgerollt - keineswegs geklärt ist nämlich die Motivlage. Geschickt verknüpft Stranger dabei Fiktion und tatsächliche Historie, lobt der Rezensent, dem zum Beispiel gut gefällt, dass das Buch entlang von Vitrinenbeschriftungen in einem Museum strukturiert ist, wodurch die verschiedenen Ebenen der Erzählung - die Mordgeschichte der Vergangenheit, die Nachforschungen in der Gegenwart - geschickt vermischt werden und die Wahrheit nur langsam ans Licht kommt. Insgesamt alles sehr lesenswert, freut sich Küchemann.
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