Deutsch von Harald Stadler. Auf eigene Faust unternimmt Simon Winchester eine gefahrvolle Reise auf einem der gewaltigsten und unberechenbarsten Ströme der Welt, dem Jangtse. Die monatelange Fahrt stromaufwärts bis ins Quellgebiet in Tibet unterbricht der Autor immer wieder, um Abstecher in die angrenzenden Gebiete, Städte wie Dörfer zu unternehmen, die in mannigfacher Weise vom großen Strom geprägt sind. Und immer wieder findet er die Muße, in die grandiose Geschichte Chinas einzutauchen. Er berichtet Erstaunliches über Land und Leute, schreibt mitreißend und ergriffen, witzig und informativ. Simon Winchester vermittelt dem Leser Begeisterung wie Abscheu gleichermaßen - Begeisterung für die Schönheiten des Landes, Abscheu gegenüber den allgegenwärtigen Bürokraten, die den Umweltschutz vernachlässigen, Landschaften zerstören und wertvolle Kunstdenkmäler dem Ruin überlassen. Simon Winchesters Buch ist Reisebericht und politische Abhandlung, Architekturkritik und grünes Manifest, Geschichts- und Geschichtenbuch in einem.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.11.2000
Der Geologe und Asienkenner Winchester ist im Sommer 1995 einen Großteil des 6378 Kilometer langen Jangtse hinaufgefahren, und für die dabei gewonnen Eindrücke von Land und Leuten hat Werner Hornung viel Lob. Winchester ist nicht nur herumgereist, sondern hat auch genaue Recherchen, unter anderem über die englische Kolonialzeit, angestellt. So finden sich in dem Buch kluge Bemerkungen zum Opiumkrieg ebenso wie eine ausführliche Würdigung des riesigen Staudamm-Projekts, berichtet der Rezensent. Für Hornung ein "informatives und anschauliches Buch."
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