Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.11.2000
Im 19. Jahrhundert wurde in Nationalökonomie und Publizistik viel diskutiert, welche Riesenmächte in Zukunft die Erde unter sich aufteilen würden. Dass sie es tun würden, stand kaum in Frage. Sönke Neitzel ist diesem "Diskurs" in England, Frankreich, den USA und dem Deutschen Reich nachgegangen und Stefan Breuer lobt die Darstellung für ihre "klare Sprache und die sorgfältige Erschließung der Quellen", stört sich aber daran, dass die Argumentation bald klar ist, und nur noch Variationen folgen. Am Ergebnis, dass dort "wo der eigene Status unsicher erschien", nämlich im Deutschen Reich und in Großbritannien, der Anspruch auf Großmacht am größten war, wird die Imperialismus-Forschung nicht mehr vorbeikommen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2000
Voll des Lobes ist Hans-Christof Kraus über diese Untersuchung zur Weltreichslehre in der Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Selten, sei so „einleuchtend“ nachgewiesen worden, welche „konkreten Auswirkungen eine Idee“ gehabt habe, preist der Rezensent begeistert. Neben der vorzüglich ausgewerteten Quellenfülle hebt Kraus hervor, dass der Autor dankenswerter Weise auf eine einseitige „deutsche Nabelschau“ verzichtet habe und statt dessen eine „international vergleichende Perspektive“ einnehme. Besonders lohnend erscheint ihm dabei der Vergleich zwischen Deutschland und England, an deren Beispiel der Autor die Wurzeln der Weltreichsfantasien überzeugend herausarbeite, so der beeindruckte Rezensent.
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