Clarice Lispector, Luis Ruby (Hg.)

Wofür ich mein Leben gebe

Kolumnen 1946-1977
Cover: Wofür ich mein Leben gebe
Penguin Verlag, München 2023
ISBN 9783328602125
Gebunden, 320 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem brasiliansichen Portugiesisch von Luis Ruby. Clarice Lispector, eine der literarischen Ikonen des 20. Jahrhunderts, schrieb zeit ihres Lebens für Zeitungen, so u.a. zwischen 1969 und 1973 für das "Jornal do Brasil", das führende Presseorgan des Landes, in dem sie eine wöchentliche Kolumne führte. Berühmt für ihre expressiven, das Innerste ihrer Figuren nach außen kehrenden Romane und Kurzgeschichten, erzählte Lispector hier von ihrem eigenen Alltag, verwandelte persönliche Erlebnisse und Erinnerungen in tiefgründige, berührende, häufig humorvolle kurze Episoden. Die verlorene Liebe eines Taxifahrers, die bittere Wahrheit hinter der Schönheit einer alten Freundin, ihre eigene Familie und ihr Aufwachsen: In allem entdeckt Lispector die Widersprüche und Eigenheiten des Leben. Auch über ihr Schreiben reflektiert sie in den Kolumnen immer wieder, teilt ihre Leseerfahrungen und schlägt eine Brücke zur brasilianischen Musik ihrer Zeit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.01.2024

Vielleicht wird dieser neue, wunderbar editierte Kolumnen-Band der brasilianischen Ikone Clarice Lispector ja auch in Deutschland endlich jene Bekanntheit, jenen Ruhm verschaffen, den sie verdient - oder den wir, als Leserschaft, verdienen, hofft Rezensentin Barbara von Machui. Von 1942 bis 1973 schrieb die jüdische Autorin, die 1920 vor den russischen Pogromen aus Europa geflohen war, ihre "falschen Tagebücher", wie Machui es ausdrückt: Ausgehend von Alltagserfahrungen, von Begegnungen oder Beobachtungen reflektierte sie jeden Samstag in der "Jornal do Brasil" über existenzielle Themen - mal locker, leicht und unbekümmert, mal schwermütig, melancholisch und manchmal auch recht harsch, immer jedoch voller Poesie und Lebensklugheit. Ihre Texte vermitteln einen Eindruck von der Gesellschaft und der Kulturlandschaft Rios zu dieser Zeit, vor allem aber geben sie Einblick in das Seelenleben dieser rätselhaften Autorin, freut sich die Kritikerin.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.11.2023

Eine gute Sache, dass eine Auswahl der Kolumnen der brasilianischen Schriftstellerin Clarice Lispector nun auf deutsch vorliegt, so der Tenor der Besprechung des Rezensenten Simon Sales Prado. Lispector wende sich in diesen Texten, die größtenteils für die Zeitung Jornal do Brasil verfasst wurden, an eine breite Leserschaft. Rechtschreibung und Zeichensetzung sind oft eigenwillig, heißt es, was die Autorin selbst kein bisschen störte. Inhaltlich, erfahren wir, geht es um Gott und die Welt, manches bleibt nah an den Romanen der Schriftstellerin, die sich allerdings oft auch persönlich exponiert und mit ihrer politischen Meinung nicht hinter dem Berg hält. Vor allem jedoch schreibt Lispector laut Rezensent lustig und unterhaltend, ohne je ins Banale abzudriften.

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