Polarfüchse, Aale, Schmetterlinge: wie ihre scheinbar selbstverständliche Fortbewegung das Leben auf der Erde revolutionierte. Ein Flügelschlag hin zu einem sicheren Rastplatz, ein Sprung in neues Territorium - Fortbewegung scheint selbstverständlich und ist doch entscheidend für das Leben auf der Erde. Die Mobilität der Tiere war für ihre Entwicklung revolutionär und gab ihnen Freiheit: Der Polarfuchs wandert über gefrorene Meere, Schmetterlinge ziehen tausende Kilometer weit und Aale schwimmen auf geheimnisvollen Wegen durch die Ozeane. Doch diese unglaubliche Fähigkeit hat ihren Preis: Sie macht verletzlich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2025
Ein Buch mit vielen Stärken und nur sehr wenigen Schwächen liest Rezensent Christian Schwägerl. Geschrieben hat es Sophia Kimmig, eine Biologin, die sich hier mit der Rolle von Bewegungen im Tierreich auseinander setzt. Gut gefällt Schwägerl schon, wie die Autorin erzählerische Passagen mit einem wissenschaftlichen Sachbuchstil verknüpft, etwa, wenn ein Aal zu einer handelnden und denkenden Figur wird. "Einfühlsam" denkt sich die Autorin in ihre tierischen Protagonisten ein, lobt Schwägerl, wenn sie zum Beispiel die unwahrscheinlich weite Reise eines Polarfuchses von Spitzbergen nach Kanada. Hier erfährt man einiges darüber, wie Bewegung evolutionär entstanden ist, verschiedene Bewegungsarten werden vorgestellt und entlang an zehn Geschichten, die das Buch strukturieren, erklärt. Rekorde im Tierreich werden eher nebenbei abgehandelt, erfahren wir, stattdessen geht es um neue wissenschaftliche Erkenntnisse und auch um das noch Unbekannte. Manchmal hätte sich Schwägerl etwas weniger Erzählung und mehr Sachbuch gewünscht, gleichwohl endet die Besprechung auf einer klar positiven Note.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 02.10.2025
Ein lehrreiches Buch, das eine ungewöhnliche Perspektive auf das Tierreich entwirft, hat die Biologin Sophia Kimmig laut Rezensent Michael Lange geschrieben. Wie der Titel nahelegt, geht es hier um die verschiedenen Bewegungsarten von Tieren, ob in der Luft, im Wasser oder auf dem Land - zum Beispiel lernt Lange, dass Laufen deutlich energieintensiver ist als Schwimmen. Über die oft sehr langen Strecken, die Tiere zurücklegen, kann man hier Lange zufolge lesen, außerdem behandelt das Buch auch die oft problematischen Auswirkungen von menschlichen Bebauungen, die den Tieren im Weg stehen sowie die Gefahren des Klimawandels. Nicht zuletzt ist dies ein Buch, schließt die positive Besprechung, das den Bewegungsspielraum der Tiere einfordert.
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