In den 1920er-Jahren berichtet der serbische Autor und Journalist Stanislav Vinaver für die jugoslawische Tageszeitung "Vreme" aus Wien. Kenntnisreich und mit Witz porträtiert er die Stadt an der Donau und ihre Bewohner. Staunend beobachtet er die Enthusiasten, die sich täglich im Stehparterre des Burgtheaters zusammenfinden, bemerkt, dass hier alles nach Milchkaffee riecht, hört den "kleinen Leuten" im Beisl zu und stößt immer wieder auf die Musik in dieser Stadt. In den von Milo Dor herausgegebenen Reportagen erweist sich Vinaver auch als scharfsinniger Analytiker der politischen Verhältnisse: Den Vielvölkerstaat Österreich - oder was von ihm übrig geblieben ist - bezeichnet er als künstliches historisches Gebilde, in dem die riesige Hauptstadt Wien das "lammfromme schwache Nachkriegsösterreich" zu ersticken droht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.12.2003
In den zwanziger Jahren schrieb der serbische Schriftsteller Stanislas Vinaver seine Feuilletons aus der und über die Hauptstadt eines soeben untergegangenen Reiches. Er tut das nicht ohne Nostalgie und mit umso mehr Wärme, und das geht, wie der Rezensent (Kürzel kos.) meint, auch "in Ordnung" so. Um Hofmannsthal geht es und Karl Kraus, Beethoven aber auch. Betont wird das Talent der Wiener fürs Psychologische im Verständnis für Fremdes aber auch in werblicher Effizienz der Schaufensterauslagen. Mit Bedauern stellt der Rezensent allerdings fest, dass Milo Dor in seiner Übersetzung auf die Datierung der einzelnen Reportagen verzichtet hat.
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