Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.2001
Den Zusammenhang herzustellen, zwischen den außenpolitischen Bewertungen und der Rolle, die ein Staat in der internationalen Gemeinschaft spielen möchte, hält Sabine Muscat für unabdingbar, wenn ein stimmiges Gesamtbild eines Staates herauskommen soll. In dieser Hinsicht ist die Rezensentin mit der Arbeit von Stefan Friedrich zufrieden, dem es, wie sie schreibt, nicht um die Ergründung von Klischees geht, sondern darum zu zeigen, inwiefern sich in China die nach außen artikulierte Einschätzung Europas von der tatsächlichen Wahrnehmung unterscheiden kann. Den wirklichen Verdienst des Buches sieht Muscat allerdings weniger in der aus der gestellten Aufgabe resultierenden, jedoch nicht neuen Erkenntnis, "dass autoritäre Staaten ihre Deutungsmuster auf die ganze Welt anwenden wollen", als in der quellengestützten Darstellung gelegentlicher Abweichungen von der Regel, "bis hin zu einer öffentlich geführten Debatte über die Schwächen des chinesischen Forschungssystems".
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