Das Buch analysiert mit dem erreichbaren überlieferten Quellenmaterial die Verbindungen zwi-schen dem FC Gelsenkirchen-Schalke 04 und dem Nationalsozialismus. Die dargestellten Ereig-nisse, Entwicklungen, Strukturen und zahlreiche biografische Informationen ergeben ein differen-zierteres Bild als die bekannten pauschalen Zuordnungen. Das Verhalten von Verein und Ver-einsmitgliedern zeigt alle Formen von Mitwirkung, Anpassung, Unwissenheit und Unverständnis, Indifferenz, Inanspruchnahme persönlicher Vorteile bis zu teilweise widerständigem Verhalten ge-gen das nationalsozialistische Herrschaftssystem: zwischen Blau und Weiss liegt eben Grau.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.10.2005
Rezensent "prje" kann es nur begrüßen, dass Schalke 04 als erster Bundesligaklub seine Rolle im Dritten Reich wissenschaftlich aufarbeiten ließ. Mit dem Ergebnis, der Studie von Stefan Goch und Norbert Silberbach, ist er hochzufrieden. Die Historiker urteilten nie "selbstgerecht" über die Schalker Spieler und Verbandsfunktionäre, die sich für die nationalsozialistische Sache engagierten, noch "verlieren sie den Blick für die damaligen Zeitumstände". Gut gefällt dem Rezensenten auch die Zurückhaltung, in der sich die beiden Autoren üben, wenn die Faktenlage dünn wird. Im Klub überwogen mit wenigen Ausnahmen wie im übrigen Deutschland die Mitläufer und Kollaborateure. Dass Schalke in der Zeit zwischen 1933 und 1945 sechs Mal Meister geworden ist, liegt demnach wohl nicht an Manpulationen, sondern schlicht am damaligen Können der Spieler.
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