Aufbruch
Warum Veränderung so schwer fällt und wie sie gelingt

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2025
ISBN
9783103976137
Gebunden, 288 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Klimakrise und künstliche Intelligenz, die alternde Gesellschaft und internationale Konflikte fordern uns heraus. Wir müssen uns selbst und die Welt verändern, wenn wir überleben wollen. Warum klammern wir uns dann an alte Gewohnheiten und falsche Gewissheiten, statt den Wandel jetzt anzugehen? .
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (
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Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 17.04.2025
Ein kluges Buch darüber, warum Menschen auch dann, wenn sie es bereits besser wissen, oft nicht das Richtige tun, hat Stefan Klein laut Rezensent Benjamin Knödler geschrieben. Der Physiker und Philosoph Klein beschreibt, lesen wir, mit einigem Witz anhand mehrerer Beispiele, wie Menschen sich weigern, sich dem offensichtlichen zu stellen, etwa wenn sie am Fuß eines aktiven Vulkans siedeln oder auf Aliens warten, die sie retten sollen. Auch abstraktere Gedanken wie die "Spieltheorie" werden herangezogen, aber zu voraussetzungsreich wird es nie, freut sich Knödler, auch weil Klein immer wieder anschauliche Beispiele aus dem Alltagsleben einfließen lässt. Der Mensch ist kein rein rational denkendes Wesen, lernt der Rezensent vom Autor, der dennoch nicht einfach nur Pessimismus verbreitet, sondern wichtige Erkenntnisse liefert, an die jeder Einzelne anschließen kann, durch die Veränderung seines Verhaltens. Solche Veränderungen sind, da ist sich Knödler mit Klein abschließend einig, dringend geboten und auch machbar.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 08.04.2025
Das ist ein Buch, das die nächste deutsche Regierung lesen sollte, findet Rezensent Christoph Drösser. Ausgangspunkt ist das Versagen der gerade abgewählten Ampelregierung bei dem Versuch, Veränderungen durchzusetzen. Die Gründe dafür sucht Klein Drösser zufolge in Disziplinen wie Psychologie und Ökonomie, das Argument läuft darauf hinaus, dass Menschen nicht immer rational handeln, nicht durch Sachargumente zu überzeugen sind. Diverse Illusionen, die sich die Politik in diesem Zusammenhang macht, werden von Drösser auseinandergenommen, referiert Klein, unter anderem stellt er klar, dass die Menschen Situationen oft gemäß von Vorurteilen bewerten, gelegentlich aber auch wissen, was richtig ist, es aber dennoch nicht selbst tun wollen. Dennoch sind Veränderungen möglich, sogar in eher kurzen Zeiträumen, wie der Autor dem Rezensent zufolge an historischen Beispielen wie der Abschaffung der Sklaverei und der Ächtung des Rauchens zeigt, außerdem verweist er auf die Zeit der Renaissance, als die Menschen mindestens so sehr wie heute vor der Aufgabe standen, mit Veränderungen umzugehen, was ihnen im Großen und Ganzen gelungen ist. Die Lage ist also nicht hoffnungslos, lernt Drösser von Klein, erst recht nicht, wenn man auf die jüngere Generation blickt, die zum Beispiel bei den Themen Inklusion und Diversität schon ziemlich weit ist. Insofern ist das auch ein Buch, schließt die positive Rezension, das gegen allzu zaghaftes Handeln helfen kann.