Mit einem Nachwort von Andreas Isenschmid. Auf einer Abendgesellschaft begegnen sie sich zum ersten Mal: der junge, mittellose Leutnant Anton Hofmiller und Edith, die Tochter eines reichen Gutsbesitzers. Mit seiner Aufforderung zum Tanz begeht Hofmiller einen folgenschweren Fauxpas - denn Edith ist gelähmt. Fortan leidet er unter einer schleichenden "Vergiftung durch Mitgefühl". Immer tiefer verstrickt er sich in einen unlösbaren Gewissenskonflikt, hin- und hergerissen zwischen dem aufrichtigen Wunsch, zu helfen, dem Stolz darauf, gebraucht zu werden - und der Scheu vor der Verantwortung. Denn Edith will kein Mitleid, sie will geliebt werden. Stefan Zweigs einziger vollendeter Roman ist das packende Psychogramm einer unmöglichen Liebe.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.09.2015
Knapp, aber beschwingt bespricht Rezensent Oliver Pfohlmann die nun bei Manesse erschienene Neuauflage von Stefan Zweigs Roman "Ungeduld des Herzens". Einmal mehr folgt der Kritiker hier dem als Kriegsheld heimgekehrten Leutnant Anton Hofmiller, erlebt wie Zweig den äußerlichen Heroismus seiner sozial deformierten Figur dekonstruiert und eine exzellente psychologische Studie über Mut und Verantwortungsbewusstsein liefert. Auch Andreas Isenschmidts Nachwort hat der Kritiker mit Gewinn gelesen.
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