Der Tag, an dem Bens Mutter plötzlich und völlig unerwartet stirbt, ist ein strahlender Oktobertag. Ben erzählt von der ersten Zeit danach und wie er, sein Bruder Krümel und Pa damit klarkommen - oder eben nicht. Er erinnert sich an seine Ma mit den grünen Augen und den langen roten Haaren, die so gerne auf die höchsten Kastanienbäume kletterte. Mit einem Mal ist nichts mehr so, wie es war. Doch manchmal geht das Leben nicht nur irgendwie weiter, sondern es passieren neue, verwirrende und ganz wunderbare Dinge.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.11.2018
Stefanie Höfler erzählt in ihrem Roman "Der große schwarze Vogel" von einem Jungen, der über den Tod seiner Mutter hinwegkommen muss. Eben war er noch total genervt von der viel zu lauten Frau, auf einmal ist sie weg. Herzversagen. Rezensentin Manuela Kalbermatten weiß zu schätzen, dass Höfler Schmerz, Angst und Schuldgefühle nicht abmildert, sondern "mit der ganzen Wucht" auf den Jungen niederprasseln lässt. Aber sie lässt den Jungen auch nicht allein damit, beteuert die Rezensentin: Sie nimmt seine Einsamkeit ernst, erkennt darin aber auch seine Unverwechselbarkeit und stellt ihm - in Reminiszenz an Astrid Lindgrens "Brüder Löwenherz" - einen liebevollen Bruder zur Seite.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.09.2018
Hilde Elisabeth Menzel hat in der Jugendliteratur selten so berührend und wahr über das Thema Trauer und Tod gelesen wie bei Stefanie Höfler. Frei von Kitsch, intensiv und schonungslos erzählt ihr die Autorin vom "Vorher" und vom "Danach" im Leben des 14-jährigen Protagonisten und seiner Familie, die den plötzlichen Tod der Mutter zu bewältigen hat. Die Erinnerungen des Jungen gehen Menzel unter die Haut, ebenso die Versuche, sich vom "Geist" der Toten zu befreien. Die Dramaturgie und die Figurenzeichnung im Buch findet die Rezensentin gelungen.
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