Manchmal ist es diese eine Sekunde, die alles entscheidet: Niko, der ziemlich dick ist und sich oft in Parallelwelten träumt, rettet die schöne Sera vor einer Grapschattacke. Sera fordert Niko daraufhin zum Tanzen auf, was verrückt ist und so aufregend anders, wie alles, was in den nächsten Tagen passiert. Vielleicht ist es der Beginn einer Freundschaft von zweien, die gegensätzlicher nicht sein könnten - aber im entscheidenden Moment mutig über ihren Schatten springen.
Rezensentin Eva-Christina Meier entdeckt in dem neuen Roman der Kinder- und Jugendbuchautorin Stefanie Höfler eine große Nähe zum Alltag Heranwachsender. Das Thema Mobbing unter Schülern vermag ihr die Autorin anhand einiger überzeugender Figuren, aus wechselnder Perspektive und ohne zu moralisieren zu vermitteln. Humor hat Höfler auch, versichert die Rezensentin. Und sie kann mitreißend erzählen, meint Meier, von dem Wunsch dazuzugehören, dem Mut, unabhängig zu bleiben, und darüber, was auf einer Klassenfahrt alles an Überraschendem passieren kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2017
Eva-Maria Magel erfährt bei Stefanie Höfler was es heißt, ein Außenseiter zu sein. Die "gefühlvolle" Geschichte gleich zweier junger Menschen mit "Pubertätsschmerzen" scheint Magel wie gemacht für jugendliche Leser. Es geht um Vorurteile, Mut und starke Charaktere, laut Magel alles verpackt in eine glaubhafte, nüchterne Sprache und eine packende Dramaturgie, mit schlichter Sorgfalt erzählt aus Sicht der beiden Protagonisten. Im Slang der Figuren kann die Rezensentin sogar Poesie entdecken.
Hier weiß jemand, wovon sie schreibt, schwärmt Rezensentin Katrin Hörnlein über Stefanie Höflers grandiosen Jugendroman "Der Tanz der Tiefseequalle". Denn Höfler ist Lehrerin und schreibt so teilnahmevoll und "warmherzig" über all ihre Figuren, dass es die Kritikerin schlicht umhaut. Mehr noch: Die Geschichte um die hübsche Sera und den dicken Niko, die nach einigen Mobbing-Ereignissen eine gewisse Faszination füreinander entdecken, steckt voller Überraschungen, ist klischeefrei und eindringlich, lobt die Rezensentin. Und wie die Autorin abwechselnd aus Seras und Nikos Perspektive erzählt, beiden dabei eine ganz eigene Sprache und einen eigenen Rhythmus verleiht, ringt Hörnlein besondere Anerkennung ab.
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