Aus dem Italienischen von Mirjam Bitter. Martin, ein älterer Literaturprofessor und Dichter, lebt außerhalb des Dorfes in einem Haus am Waldrand. Er hat sich gut eingerichtet mit seiner Einsamkeit, schreibt ein Buch, spricht mit seinem Hund und wartet auf E-mails von seinem Sohn, der als Musiker in Amerika lebt. Als in das Haus gegenüber ein junges Paar einzieht, wird sein Gleichgewicht empfindlich gestört: stadtmüde Künstler, die sogleich die Nähe des Älteren suchen. In ihm, einem Maler und Galeristen, sieht Martin sich selbst als jungen Mann. Sie, Tänzerin und Schauspielerin, weckt seine Erinnerung an eine große Liebe. Mit ihr wird er spazierengehen, am blauen See, um den eine dunkle Legende gewoben ist über ein Mädchen, das einst darin verschwand ...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2014
Hier tönt der alte Stefano-Benni-Sound, versichert uns Matthias Hennig. Nur scheint der Rezensent selbst nicht der größte Fan dieses Tons zu sein, bezeichnet er ihn doch als zwar sprachwitzig und fantasiebegabt, doch ebenso als kalauernd. Der Roman ist für Hennig ein Rollenspieltheater, in dem drei Figuren im Reigen Geheimnisse und Lebenslügen aufdecken. Gesellschaftliche Spannungen treten dabei zutage, erklärt der Rezensent, aber auch das Buffoneske und Rührselige des Textes. So ansteckend das für Hennig mitunter ist, so hart am Klischee balanciert es auch, meint er.
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