Eine der beeindruckendsten Moden ist derzeit die der Virtualisierung von Unternehmen. Gemeinsam ist den verschiedenen Virtualisierungsstrategien, daß die Wertschöpfungskette entmaterialisiert und räumlich und zeitlich aufgelöst wird und die Kundenprozesse mit in die Betrachtung aufgenommen werden. Waren die 90er Jahre durch die reine Auslagerung von Randbereichen geprägt, steht nun die Gleichzeitigkeit von Desintegration und Integration der Organisation, von Konkurrenz und Kooperation sowie von Kostenführerschaft und Produktdifferenzierung im Vordergrund.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.03.2000
Peter Felixberger versteht nicht ganz, warum das Buch einen einen solchen Zungenbrecher als Titel hat. Was den Inhalt betrifft, ist er jedoch recht angetan von den Versuchen der Autoren, die Virtualisierung in eine Art Ordnungsschema zu bringen. Das klingt paradox, aber nach Felixberger sind Paradoxien für die beiden Autoren "der Kitt einer neuen Management- und Organisationskultur". Es gehe nicht mehr darum Paradoxien aufzulösen, sondern "in ihnen oszillieren" zu können, was heißt, dass viele Dinge auch gleichzeitig stattfinden können, ja sogar müssen. Felixberger hat sich gerne von den Autoren durch diese neue Welt führen lassen, aber offenbar haben sich schon bald Ermüdungserscheinungen gezeigt: Der Rezensent macht an den Wortschöpfungen der Autoren eine unübersehbare Selbstverliebtheit aus und die Neigung, manche Dinge unangemessen wichtig zu nehmen.
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