Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Manager auch in der Bundesrepublik zur prägenden Figur moderner Unternehmen. Bernhard Dietz erklärt diesen Aufstieg der Manager und setzt ihn in Beziehung zu sich wandelnden Idealen und Leitbildern. Indem er untersucht, wie sich "Arbeit", "Leistung" und "Führung" zwischen Nationalsozialismus und Neoliberalismus veränderten, leistet er einen ganz neuen Beitrag zu einer Kulturgeschichte des Kapitalismus.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.01.2021
Wirklich spannend und zudem kenntnisreich zudem findet Rezensent Werner Bührer die Lektüre der Habilschrift des Mainzer Historikers Bernhard Dietz. Wie sich das Selbstverständnis des Managers in Deutschland seit dem Krieg veränderte, welche Personen und Motive dabei eine Rolle spielten, vermittelt der Autor laut Bührer aufgrund von Recherchen beim BDI und in verschiedenen Unternehmens- und Wirtschaftsarchiven. Den legislativ und soziokulturell befeuerten Wandel dessen, was unter Führungsqualitäten verstanden wird, zeigt der Autor dem Rezensenten anhand der sechziger Jahre auf und an Figuren wie Alfred Herrhausen. Debatten und Leitbilder der alten BRD werden für Bührer sichtbar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.09.2020
Hartmut Berghoff hält zwar die Gegenüberstellung von Eigentümerunternehmern und Managern im Buch des Wirtschaftshistorikers Bernhard Dietz für überzeichnet und ihm missfällt, dass der Autor keine Interviews mit Managern und Betriebsräten geführt hat. Davon abgesehen scheint ihm Dietz aber eine spannende Arbeit vorzulegen, die zeigt, wie sich Normen und Selbstverständnis von Führungskräften in der Zeit von 1945 bis 1989 verändert haben. Das Buch findet er gut lesbar, Themen wie Eigenverantwortung, Teamarbeit und Motivation, aber auch Feminisierung und Ausbildungsinhalte kommen scheinen ihm im Buch verständlich und umfassend behandelt, während die unternehmensinterne Interaktion und die Internationalisierung der Betriebe ihm etwas zu kurz kommen.
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