Sexuelle Gewalt gegen Kinder - das Thema, das unsere Gesellschaft erschüttert. Achtmal muss sich ein Kind an einen Erwachsenen wenden, bevor ihm geglaubt wird. Direkte körperliche Gewalt, Kinderpornografie, die sich blitzschnell verbreitet - dies ist ein himmelschreiendes Problem.
Ein wichtiges Buch nennt Dorion Weickmann diese Schrift der Verteidigungsministergattin Stephanie zu Guttenberg und hofft, dass diese Tatsache nicht über den Medienbegleitrummel verloren geht. Das Buch nehme den Leser "sowohl bei der Hand als auch in die Pflicht", sei ein Appell an alle, in Sachen Missbrauch Augen und Ohren zu öffnen und kläre umfassend über Erkennungs- und Handlungsmöglichkeiten auf. Auch gebe es wichtige Erziehungshinweise. Darüber hinaus betreibe Guttenberg (mit Unterstützung der Journalistin Anne-Ev Ustorf) ein Stück Medienerziehung, wenn sie vor den Gefahren des Internet und hypersexualisierter Popstars wie Lady Gaga warne, freut sich Weickmann, die damit ganz d'accord geht. Auch die Zahlen zum Missbrauch, die das Buch in Sachen pädophiler Kriminalität per Computer präsentiert, erschüttern die Kritikerin. Ebenso die belegte Tatsache, dass neunzig Prozent der Täter aus dem unmittelbaren Umkreis der missbrauchten Kinder stammen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2010
Mit viel Lob bedenkt Christian Geyer dieses Buch Stephanie zu Guttenbergs über den sexuellen Missbrauch von Kindern. Die Autorin, die seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Aufklärungs- und Beratungseinrichtung "Innocence in Danger" tätig ist, geht das Thema, das in der Öffentlichkeit oft sehr pauschal diskutiert wird, seines Erachtens sehr differenziert an. Die Fakten, die in "Schaut nicht weg" zusammengetragen sind, sind Geyer zufolge "grausam". Nichtsdestoweniger scheint es ihm notwendig, genau hinzusehen, um die "Finessen der Täter rechtzeitig" erkennen. Er hat in dem Buch viel erfahren über die Sprachlosigkeit der Opfer, die Strategien der Täter, die Folgen des sexuellen Missbrauchs und darüber, wie wichtig es ist, Kinder zu stärken, so dass sie Nein sagen können in Situationen, die ihnen unangenehm erscheinen. Besonders hebt er hervor, dass Guttenberg eine gute Balance zwischen Zuviel und Zuwenig Wachsamkeit gelingt. Geyer wünscht dem Buch möglichst viele Leser und sieht damit eine "überfällige Debatte" eröffnet.
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