In einer verunsicherten Gesellschaft wird der Gute zum Bösen und der Böse zum Helden. Torsten Wolf steht unter Druck. Nach dem überraschenden Tod des Bauunternehmers Christof Nolden soll der Berliner Anwalt nun dessen Geschäfte lenken. Aber Wolf stößt im deutschlandweit agierenden Nolden-Konzern bald auf Ungereimtheiten - und auf massiven Widerstand im Unternehmen. Als Wolfs Assistentin spurlos verschwindet, deutet alles auf einen Zusammenhang mit den Geschäften des Immobilienkonzerns hin. Gemeinsam mit Isa Kurzeck, die bereits seit Jahren zu den kriminellen Machenschaften von Nolden-Bau recherchiert, versucht Wolf Licht ins Dunkel zu bringen. Aber je tiefer die beiden in die Konzernstrukturen eintauchen, desto deutlicher wird, dass es längst nicht mehr um die Geschicke eines Unternehmens geht, sondern um den Zusammenhalt unserer ganzen Gesellschaft.
Rezensentin Judith Luig erkennt in Susanne Saygins "Crash" eine ungewöhnliche Umkehrung stereotyper Geschlechterrollen. Die Autorin erzählt in ihrem neuen Krimi wie bereits in ihrem erfolgsgekrönten vorangegangenen Roman von der Firma des boshaften Rheinländers Christoph Nolden, dessen eher unsympathische Hinterbliebene sich dem neuen Geschäftsführer Torsten Wolf nach dem unerwarteten Tod Noldens in den Weg stellt, erzählt Luig. Sehr sympathisch sind die Frauen in dem Roman nicht, oft unglücklich und boshaft. Aber als Rachefantasie an einem männlichen System scheint Luig das Buch gefallen zu haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2021
Rezensent Hannes Hintermeier ahnt, dass Susanne Saygins Thriller zu klug ist für die Bestseller-Listen. Schon dass es in der Geschichte um ein böses Bauunternehmen, nicht minder bösartige Anwälte und schauderhafte Sekretärinnen, aber keinen Ermittler und nicht einen Sympathieträger gibt, dürfte den Mainstream irritieren, vermutet der Rezensent. Hart am Rand der Groteske agieren die Figuren aus dem Finanz- und dem Anwaltsmilieu, stellt Hintermeier fest. Doch die Wirklichkeit ist immer schlimmer, weiß er.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 06.08.2021
Rezensent Tobias Gohlis verträgt die groteske Wildheit von Susanne Saygins Thriller über die an den Fall Wirecard erinnernden Machenschaften machtgeiler deutscher Unternehmer und Politiker und korrupter Wirtschaftsanwälte prächtig. Dass die Autorin die Ekelgrenze des Lesers vor sich herpusht, findet er durchaus unterhaltsam. Die Balance zwischen Realismus und drastischer Überzeichnung hält die Autorin gut, versichert der Rezensent. Zwar kommt im Text kein einziger anständiger Mensch vor, dafür aber eine hartgesottene Ermittlerin, meint Gohlis.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…