Beethovens "Missa solemnis" gehört zu den Werken der Musikgeschichte, die jenseits der Konventionen ihrer Gattung und konfessionellen Bindung stehen. Ursprünglich als Gottesdienstmusik für die Inthronisation von Erzherzog Rudolph zum Erzbischof gedacht, nahm Beethovens zweite Messvertonung während der langen Entstehungszeit (1819 - 1823) Dimensionen an, die ihn selbst von seinem "größten und gelungensten Werk" sprechen ließen, das auch als "Oratorium" gelten könne. In anschaulicher Weise zeichnet Sven Hiemke Entstehung und biografische Verflechtungen der "Missa solemnis" nach und enthüllt dabei den kompositorischen Kern eines Werkes, das die unvereinbaren Sphären des Himmlischen und des Irdischen thematisiert und die Wirkung des allmächtigen Gottes auf den Menschen musikalisch erfahrbar macht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.11.2003
Unter "künstlerischen, biografischen und wirtschaftlichen" Aspekten untersucht der Musikwissenschaftler Sven Hiemke jenes Werk, an dem Beethoven mehr als vier Jahre arbeitete, seine große Messe. Als überraschendste Information präsentiert der Autor dabei die weithin unbekannte Tatsache der Uraufführung des Werks in St. Petersburg. Neben dem Überblick über das Werk selbst erfährt man einiges über Beethovens Talent zur Selbstvermarktung. Wenngleich das Buch keine Einführung in die Entwürfe zur "Missa Solemnis" biete, lobt es der Rezensent mit dem Kürzel "ab." als "konzise Einführung".
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