Synke Köhler

Die Entmieteten

Roman
Cover: Die Entmieteten
Satyr Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783947106318
Gebunden, 256 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Ein vom Abriss bedrohtes Mietshaus im Osten Berlins. Der Immobilienmarkt trifft auf eine eigenwillige und wehrhafte Haus- und Schicksalsgemeinschaft. In ihrem Debütroman schlägt Synke Köhler eine thematische Brücke von der Vorwendezeit ins moderne, durchgentrifizierte Berlin. Dinge laufen aus dem Ruder. Bäume werden gefällt. Der Müll wird nicht mehr abgeholt. Die Keller werden gegen den Willen der Mieter geräumt. Die Marner Straße war immer eine Insel der Alteingesessenen im längst gentrifizierten Prenzlauer Berg. Aber jetzt sind auch sie an der Reihe. Dieter Sonntag organisiert den Widerstand, seine Frau träumt dagegen von einer Wohnung mit Balkon. Die Schweizers treffen sich heimlich mit der Hausverwalterin, Markus Amreiter, der Journalist, hat schon eine Exit-Strategie parat. Und die Studentin Kathleen will sich aus allem raushalten. Nur Grozki, der einstige DDR-Rockstar, bringt mit seinen anarchistischen Aktionen alle richtig auf Touren. Am Ende liegt ein Haus in Trümmern und eine Leiche im Schutt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2019

Für Wiebke Porombka geht Synke Köhlers Roman über die Leiden von Entmieteten im Berliner Prenzlauer Berg nach hinten los. Am Ende der Lektüre über die Kämpfe einer Hausnotgemeinschaft gegen Investoren und Abrissbirne fragt sie sich, ob den Betroffenen ein "Tapetenwechsel" nicht vielleicht ganz guttut. Allzu sympathisch kommen die Figuren also offenbar nicht rüber, laut Rezensentin bekommen sie von Köhler zwar kaum Tiefenschärfe spendiert, dafür aber ein recht zähes Dasein und allerhand Stereotype. Spannung erzeugt der Text laut Porombka leider auch nicht, steht das Ende der Geschichte doch von Anbeginn fest. Auf das "moralische Finale" hätte die Rezensentin dagegen gerne verzichtet.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.09.2019

Rezensentin Cornelia Geissler hält Synke Köhlers Gegenwartsroman für durchaus lesenswert. Thema des Buchs ist eine voranschreitende "Entmietung" in Prenzlauer Berg, wobei im Zentrum der Handlung zwei Bewohner und die räumungsbeauftragte Hausverwalterin stehen. Zwar fallen die Nebenfiguren laut Rezensentin eher flach aus, aber die Kontrastierung der beiden zentralen Bewohnerfiguren gefällt ihr sehr gut: eine verpeilte Doktorandin und ein frisch getrennter, etwas provokanter Musiker, der auch für "satirische Schärfe" sorge, so Geissler. Zudem überraschen in dem Buch nicht nur einige Wendungen, sondern vor allem das Ende, staunt Geissler.  Außerdem lobt sie die "bildhafte" Sprache der Autorin, die bisher nur Erzählungen und Gedichte veröffentlichte. Insgesamt eine gelungene ausschnitthafte Darstellung verschiedener Rollen im "Hamsterrad des vermeintlichen Fortschritts", so Geissler.

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