Nach dem Scheitern der Orangen Revolution von 2004 schien die Ukraine abgeschrieben - bei den eigenen Bürgern und in der Welt. Doch von Ende 2013 bis ins Frühjahr 2014 protestierten Hunderttausende Ukrainer auf dem Maidan in Kiew und anderswo im Land für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie. Es gelang ihnen, das korrupte Regime zu stürzen, doch nur, um sich mit einem weitaus mächtigeren Gegner konfrontiert zu sehen, der sie mit allen Mitteln daran zu hindern sucht, die gewonnene Freiheit zu nutzen und das Land zu einen. Ihre Unabhängigkeit war der Ukraine 1991 zugefallen, sie war nicht erkämpft. Das geschah erst auf dem Maidan - er markiert die späte Geburt einer Nation.
Als höchst lehrreich hat Tim Caspar Boehme dieses neue Transit-Heft gelesen, das ursprünglich konzipiert worden sei, um den zehnten Jahrestag der "Orangenen Revolution" zu begehen und plötzlich im Licht der aktuellen Maidan-Revolution stand. Veranstaltet vom Wiener Institut für die Wissenschaft vom Menschen, herausgegeben von der Politologin Tatiana Zhurzenko, findet Boehme Reflexionen zu den wichtigsten Aspekten der Maidan-Revolution: Timothy Snyder etwa denke nach über die Beziehung der Ukraine zu Russland und zu Europa. In mehreren Artikeln wird auch über die Frage verhandelt, ob es wirklich "zwei Ukrainen" gebe und wie genau diese Differenz im Land auszuhalten sein soll. Eine eindeutige Leseempfehlung.
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