Bearbeitet von Elke Seefried. Unter dem nationalsozialistischen Regime geriet Theodor Heuss rasch in die Defensive. Er verlor fast alle seine öffentlichen Ämter und Funktionen. Doch als Publizist verteidigte Heuss seine liberalen Überzeugungen. Wir begegnen einem Bildungsbürger, der versuchte, sich in einer feindlichen politischen Umwelt Freiräume zu erkämpfen. In den 194 ausgewählten, zumeist unbekannten Briefen spiegeln sich seine aufregende Biografie und die dramatischen Zeitläufte von der Machtübertragung an die Nationalsozialisten im Januar 1933 bis zum Kriegsende 1945.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2009
Der nun im Rahmen der Stuttgarter Ausgabe vorliegenden Band mit einer Auswahl von Briefen von Theodor Heuss aus den Jahren 1933 bis 1945 dokumentiert für Rudolf Morsey, dass der Politiker und Publizist anfangs Hitler Gefährlichkeit unterschätzte. Wie er es deutet, war Heuss nach dem Verlust seines Reichtstagsmandats, der Auflösung der Parteien und seiner Entlassung aus der Deutschen Hochschule für Politik verunsichert, aber nicht in "Panik" geraten. Morsey schildert die publizistische Arbeit an Biografien über Friedrich Naumann, den Architekten Hans Poelzig, den Chemiker Justus von Liebig und über Robert Bosch. Er hebt die Rolle von Heuss' Frau Elly hervor, die durch Rundfunkwerbung und Prospektreklame für Einkommen sorgte. Die Einleitung von Elke Seefried wertet Morsey als "eigenständigen Forschungsbeitrag" über das Leben und Überleben von Heuss "in der Defensive" 1933 bis 1945. Zudem schätzt er Kommentierung, Illustration und Register des Bands.
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