Sein Vater kam vor dem Ersten Weltkrieg aus Kamerun, damals deutsches Schutzgebiet", nach Deutschland und wurde wie andere Kolonialmigranten freundlich aufgenommen. Er heiratete eine Deutsche und gründete eine Familie. Doch schon während der Weimarer Republik fand man, Farbige sollten den Deutschen keine Arbeitsplätze mehr wegnehmen. Bald konnten sie nur noch in den sehr beliebten "Völkerschauen" unterkommen. In der Nazi-Zeit wurden ihnen die deutschen Pässe entzogen. Nur als stumme Komparsen in den zahlreichen Kolonialfilmen waren sie noch gefragt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.11.2013
Tief bewegt und beeindruckt zeigt sich Marie-Sophie Adeoso von diesem Buch, in dem der hochbetagte Theodor Michael, Sohn eines kamerunischen Kolonialbeamten und einer Preußin aus seinem Leben berichtet, von einer quälenden Kindheit und Jugend im Bastrock, von Naziterror und andauerndem Rassismus. Den anschaulichen Kapiteln des Bandes entnimmt Adeoso allerdings auch, wie der Autor mit Stolz und Beharrlichkeit seinen Weg gegangen ist, als Schauspieler, später als Journalist und beim BND sowie innerhalb seiner Familie. Dass Michael mit seinem Buch trotz allem keine Anklageschrift vorlegt, sondern nüchtern über deutsche Kolonialvergangenheit und soziale Ausgrenzung in der Gegenwart berichtet, hält die Rezensentin für höchst bemerkens- wie lesenswert.
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