Joseph Joubert

Alles muss seinen Himmel haben

Aus den Notizen
Cover: Alles muss seinen Himmel haben
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2018
ISBN 9783990272176
Gebunden, 168 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Martin Zingg. Er hat ein Leben lang geschrieben: Notizen, Beobachtungen, Aperçus, winzige Essays, Tag für Tag. Einfälle aller Art, Keime zu künftigen Werken, die er dann doch nicht verfasste. Versammelt waren sie auf losen Zetteln und in 205 kleinen Notizbüchern - und niemand wusste davon. Erst nach seinem Tod sind die Aufzeichnungen von Joseph Joubert erschienen (sein erster Herausgeber war im Übrigen sein Freund Chateaubriand). Und immer noch sind sie kaum bekannt. Die Wenigen, die sie kennen, sind glühende Verehrer, von Maurice Blanchot über Elias Canetti bis Paul Auster. Zu entdecken ist ein scharfer und wendiger Geist, der unaufhörlich in Bewegung ist und keine Themen scheut. Er schreibt über Leidenschaften, Fragen der Ästhetik und des Rechts, über optische Geräte, Moral, antike Kunst, über Politik und fremde Völker und Liebe.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2018

Obwohl er ein halbes Leben lang schrieb, erschien zu Lebzeiten kaum etwas von Joseph Joubert, informiert Rezensent Roman Bucheli und meint über den Weggefährten von Chateaubriand und Louis de Fontanes: "In der Kunst kein Buch zu schreiben, hat er es zu unerreichter Meisterschaft gebracht". Erst 1938 erschienen Jouberts in unzähligen Journalen zusammenhanglos festgehaltene Gedankenstücke und Essays in einer Ausgabe, fährt der Kritiker fort und freut sich, dass dieser von Martin Zingg herausgegebene, übersetzte und kenntnisreich kommentierte schmale Band nun noch einmal die Möglichkeit bietet, Jouberts so hellsichtige wie rätselhafte "tänzerische Denkversuche" zu entdecken. Dass der Verlag dem Band allerdings das von der amerikanischen Edition übernommene Nachwort von Paul Auster hinzugefügt hat, ohne kenntlich zu machen, dass es sich um eine andere Auswahl handelt, findet Bucheli ärgerlich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.2018

Rezensent Mirco Bonne ist begeistert von den Texten Joseph Jouberts, die das Nachwort des vorliegenden Bandes von Paul Auster ihm noch einmal anpreist. Gar nicht nötig, meint er, denn wie der Autor seine Themen Blick und Vorstellungskraft, Leben auf dem Land und in der Stadt in den an Aphorismen erinnernden kurzen Stücken verhandelt, gedanklich tief und scharf, sprachlich dicht, findet er großartig. Nicht um die Wahrheit sei es Joubert darin zu tun, erklärt der Rezensent, sondern um den Zweifel und seine Sprache, das Randständige und Offenbelassene. Die von Martin Zingg laut Rezensent punktgenau, warmherzig und elegant übertragene Auswahl bietet Gelegenheit, diesen Autor zu entdecken.
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