Aus dem Englischen von Ulrich Bossier. Mit 21 Abbildungen. Die Französische Revolution: ein Jahrhundertereignis, das immer wieder neu erzählt und gedeutet wird. Auf die Frage nach den Ursachen gibt es viele Antworten: Eine Krise des absolutistischen Staates. Verelendung des Volkes. Überhöhte Brotpreise.
Die Revolution vollzog sich in drei parallel laufenden Bewegungen: der Forderung nach einer konstitutionellen Monarchie nach britischem Vorbild, einem gewalttätigen Protest in der radikalen Terrorherrschaft und einer demokratisch-republikanischen Revolution, die in der Aufklärung wurzelte. Dieser dritten Bewegung attestiert Jonathan Israel die zentrale revolutionäre Energie. Israel vertieft und ergänzt so das überkommene Bild durch eine neue überraschende Dimension. Die radikalen Aufklärungsphilosophen Frankreichs dachten säkular und erklärten die Vernunft zur grundlegenden Triebkraft geschichtlichen Fortschritts. Damit bereiteten sie den umwälzenden Ereignissen den Weg, spalteten aber zugleich deren Führer in feindliche ideologische Blöcke.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2017
Rezensent Johannes Willms, selbst Autor eines Buchs über die Französische Revolution und einer Mirabeau-Biografie, schaut gespannt auf Jonathan Israels Erklärungsversuch der Urgründe der Revolution - und wird enttäuscht. So einleuchtend die Widerlegung einer marxistischen Erklärung oder auch die These von den vielen kleinen Impulsen dem Rezensenten erscheint, so wenig überzeugt ihn, was der Autor zwar auf beeindruckende Weise geistesgeschichtlich untermauert und auch erzählerisch gekonnt inszeniert, was jedoch für Willms dadurch nicht stichhaltiger wird. Willms weiß um Israels eminente Bedeutung als Historiker der "radikalen Aufklärung", aber Israels These von einer bestimmten, von radikalen Aufklärern wie Diderot, Helvetius, Raynal und andere repräsentierten Denkrichtung als "intellektuellen Braukessel" der Revolution meint Willms widerlegen zu können. Israel beschreibe diese Männer als genuin atheistisch und demokratisch gesinnte Republikaner. Aber "Republikaner" wurde damals ganz anders verstanden als heute, meint Willms. Die Republikaner Ende des 18. Jahrhunderts wollten eine durch eine Verfassung eingeschränkte Monarchie, nicht deren Abschaffung, so der Rezensent.
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