Thomas Chatterton Williams

Selbstporträt in Schwarz und Weiß

Unlearning race
Cover: Selbstporträt in Schwarz und Weiß
Edition Tiamat, Berlin 2021
ISBN 9783893202706
Kartoniert, 184 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

"Selbstporträt in Schwarz und Weiß" ist die Geschichte einer amerikanischen Familie, die sich über mehrere Generationen hinweg verändert auf ihrer Suche nach dem, was es heißt schwarz zu sein, und dem, was als weiß angenommen wird. Thomas Chatterton Williams, der Sohn eines "schwarzen" Vaters aus dem abgehängten Süden, und einer "weißen" Mutter aus dem Westen, war sein ganzes Leben davon überzeugt, dass ein einziger Tropfen "schwarzen Bluts" einen Menschen schwarz macht. Das war so fundamental für sein Selbstverständnis, dass er nie eine andere Überlegung zuließ. Aber die schockierende Erfahrung, der schwarze Vater zweier weißer Kinder geworden zu sein, erschütterte diesen Glauben. Es ist jedoch nicht so, dass er nun glaubte, nicht mehr schwarz zu sein oder dass seine Kinder weiß sind, sondern dass sich diese Kategorien von niemanden mehr angemessen erfassen lassen. Großartig geschrieben und darauf aus, die festgefahrenen Meinungen über race auf den Kopf zu stellen.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 22.05.2021

Rezensent Nico Hoppe lässt sich von Thomas Chatterton Williams erklären, wie sich antirassistisch denken lässt. Die Kritik an der Identitätspolitik, zu der der Autor im Buch ausholt, kann Hoppe gut nachvollziehen, weil Williams sie als eigenen Erkenntnisprozess desjenigen schildert, der als Sohn eines Schwarzen und einer Weißen aufwächst. Für Hoppe eine Autobiografie, die eindringlich von der Erkenntnis erzählt, "race" als Fiktion wahrzunehmen, ohne einer nur konstruktivistischen Idee von Identität zu verfallen. Wie mit Unterschieden umgegangen werden kann, verrät der Autor auch, meint Hoppe. Leider geht er dabei zu knapp auf die eigentlich bedeutsamen sozialen Unterschiede ein, findet er.