Was ist eine gerechte Strafe? Gibt es sie überhaupt? Für den Strafjuristen Thomas Fischer geht es um das, was unsere Gesellschaft zusammenhält: Ein selbstgegebenes Regelwerk, unser Rechtssystem, das von vielen Bedingungen abhängt und in ständiger Bewegung ist. Wie kein anderes Rechtsgebiet steht das Strafrecht im Fokus öffentlichen Interesses. Als Grundlage staatlichen Handelns verspricht es Sicherheit; aber es ist auch ein Ort, an dem grundlegende Fragen des gesellschaftlichen Lebens, der Freiheitsspielräume und der Verantwortung verhandelt und besprochen werden. Fischers These: Strafrecht ist Kommunikation und Gewalt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2018
Michael Pawlik entdeckt zwar nichts wirklich Neues zum Thema Strafrecht im Buch des renommierten Strafjuristen Thomas Fischer, als Anregung zu einer Revision des Strafrechts und gegen den grassierenden Strafrechtspopulismus scheint ihm der Band allerdings höchst lesenswert. Dass mit Fischer nicht irgendwer, sondern laut Rezensent einer der brillantesten Repräsentanten der Strafrechtspraxis antritt, das Strafrecht vor dem Populismus zu schützen, lässt Pawlik die Ohren spitzen, wenn der Autor das Abschreckungsmodell oder die Profilierung der Politik durch die Dramatisierung von Verbrechen analysiert. Dass Kriminalität gegenwärtig eher strategisch statt inhaltlich bewertet wird, die rechtspolitische Debatte vor allem um Ausländerkriminalität kreist und sich das klassisch-liberale Strafrechtsmodell langsam aber stetig verabschiedet, wie der Autor anhand von Beispielen zeigt, vernimmt Pawlik mit Schrecken.
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