Wie würde die Welt aussehen, wenn jeder Mensch die gleichen Voraussetzungen wie jeder andere hätte? Manuela Pfrunder beantwortet diese Frage, indem sie in «Neotopia» eine imaginäre neue Weltordnung präsentiert. «Neotopia» zeigt die eindrücklich gestaltete Vision einer Welt, in der alles im Sinne radikaler Gerechtigkeit neu verteilt ist, in der jeder Mensch die gleichen Rechte und damit auch den gleichen Anspruch auf alle Ressourcen hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.07.2002
Rezensentin Angela Schader zeigt sich sehr angetan von Manuela Pfrunders Abschlussarbeit im Fach Grafik, dem Bild-Text-Band "Neotopia", in dem die Autorin die Formel von der "Gerechtigkeit für alle" in einem faszinierenden Gedankenexperiment durchspielt. Die Grundidee ist einfach, berichtet Schader: Pfrunder dividiert die Summe der verfügbaren Ressourcen an Land und Wasser, Energie, Tieren, Pflanzen und materiellen Gütern durch die Kopfzahl der Erdenbürger und teilt jedem Menschen sein persönliches "Land" zu, inklusive maritimen Umschwungs, vorgelagerter Insel und Polarzonen in Nord und Süd. Wie die Welt nach dieser Verteilaktion aussieht, illustrieren Pfrunders verschiedene Grafiken nach Ansicht Schaders "mit Geschick, aber ganz im Bereich des Imaginären". Im knapp gehaltenen Begleittext befördere Pfrunder im bodennahen Kalkül mit statistischen Werten und Produktionszahlen durchaus Überraschendes zutage. Danach werden wir in der neuen, vollkommen gerechten Welt beispielsweise 60 Tage im Jahr Hunger leiden und nur alle zwei Monate in den Genuss einer Tasse Kaffee kommen. Insgesamt gibt "Neotopia" nach Einschätzung der Rezensentin "auf spielerische Weise einiges zu denken".
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