Das Handbuch gibt einen umfassenden Überblick über den gegenwärtigen deutschen Rechtsextremismus in all seinen ideologischen und organisatorischen Erscheinungsformen. Auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Diskussion und ausgestattet mit einem kommentierten Verzeichnis von Initiativen gegen Rechtsextremismus, wendet sich das Grundlagenwerk sowohl an ein Fach- als auch an ein Laienpublikum.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.05.2003
Werner Bührer bespricht zwei Bücher, die seiner Ansicht nach deutlich machen, dass es immer noch keine Entwarnung vor der "Gefahr von Recht" geben kann. Das "Handbuch Rechtsradikalismus" von Thomas Grumke und Bernd Wagner, das ein Nachschlagewerk über die rechte Szene der Bundesrepublik darstellt, richte sich sowohl an Fachleute als auch an den interessierten Laien, informiert der Rezensent. Als besonders reizvoll an dem Buch lobt er die "Mischung" zwischen Beiträgen von "ausgewiesenen Wissenschaftlern" und nicht-akademischen Autoren, die für ihn den "besonderen Reiz" des Bandes ausmacht. Er lobt sowohl die fünfzehn "präzisen Artikel" des Nachschlagewerkes als auch die Porträts einzelner führenden Köpfe beziehungsweise Organisationen der rechten Szene, die für den Rezensenten besonders deutlich werden lassen, dass es sich bei den rechtsextremen Protagonisten nicht um primitive "Schläger", sondern vielfach um "intellektuell begabte und äußerst engagierte Individuen" handelt.
Regelmäßige Aktualisierungen von Handbüchern sind im Bereich Rechtsextremismus durchaus notwendig, schließlich verändert sich die Szene ständig: Organisationen benennen sich um, Verlage und Labels gründen sich und gehen pleite. Durchaus dankbar ist Michael Kohlstruck also für das neue Handbuch von Thomas Grumke und Bernd Wagner, dessen Konzept er alles in allem überzeugend findet. Der Lexikonteil informiert ausführlich über Aktivisten, Organisationen, Verlage, Vertriebe, Musiker und Bands. Im vorangestellten Teil widmen sich Beiträge verschiedener Autoren bestimmten Aspekten des Rechtsradikalismus. Die Texte scheinen von unterschiedlicher Qualität - Kohlstruck ärgert sich besonders über die Beiträge zum Rechtsrock und zum Antisemitismus. Als akribisch recherchiert und daher von hoher Qualität hebt er jedoch den Text von Renate Bitzan über Frauen in der rechtsextremen Szene hervor.
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