Was ist das Schöne, wer sind die Schönen - zumal im Kino? Die Zeit ist reif für einen Paradigmenwechsel in der ästhetischen Betrachtung des Films: weg von einer klassisch geprägten Auffassung, dass das Schöne mit interesselosem Wohlgefallen zu tun habe. Vielmehr müssen wir uns eingestehen, dass wir die Schönen - weibliche wie männliche Projektionen - mit Interesse besetzen und mit Begehren verfolgen. Was als schön gilt, ist relativ. Es gibt viele Variablen bei der Anschauung von menschlicher Schönheit. Dabei stellt man auch fest, dass es Merkmale des Schönen zu geben scheint, die überzeitliche Geltung beanspruchen. Schließlich: Wer über das Schöne spricht, darf das Hässliche nicht meiden. Also wird auch der "Entwicklungsgeschichte des Hässlichen" im Kino besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2012
Thomas Koebners Buch "Die Schönen im Kino" ist einem universitären Umfeld entwachsen, und das merkt man, findet Rezensent Andreas Kilb. Das mache das Buch aber nicht weniger lesenswert, die "assoziative Ordnung" (die noch aus Koebners Vorlesung stamme) wirke sich sogar vorteilhaft aus. Erfreut bemerkt der Rezensent auch, dass mit "die Schönen" nicht nur Frauen gemeint sind, Humphrey Bogart finde sich darin genauso wie Michelle Pfeiffer. Das ausführlichere Vor- und Nachwort mit "ethnologisch und anthropologisch aufgerüsteten Betrachtungen" sei aber unnötiger akademischer Ballast. Unnötig, weil das Buch schon ohne sie als "Wundertüte einer Kinogebgeisterung" funktioniere, meint Kilb.
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