Thomas Leinkauf

Grundriss Philosophie des Humanismus und der Renaissance (1350-1600)

Zwei Bände
Cover: Grundriss Philosophie des Humanismus und der Renaissance (1350-1600)
Felix Meiner Verlag, Hamburg 2017
ISBN 9783787327928
Gebunden, 1937 Seiten, 198,00 EUR

Klappentext

Ein neues Standardwerk zur Renaissancephilosophie, das entlang dem Fächerkanon der humanistischen Gelehrten, den studia humanitatis, gegliedert ist: Sprache (Grammatik, Dialektik, Rhetorik), Ethik, Politik, Historik, Poetik. Hinzu kommen ein Kapitel zur Naturtheorie sowie eines über die Liebe, die ein Grundthema der Renaissance war. Drei gesonderte Abschnitte zu Francesco Petrarca, Nicolaus Cusanus und Marsilio Ficino runden das Werk ab. Auf allerhöchstem Niveau, dabei die historischen Grundbedingungen wie die rasante Wissensentwicklung und Weltexploration, Protestantismus und Konfessionalisierung, aber auch Faktoren wie die Ausbreitung der Pest und die Rivalität zum kirchlichscholastischen Denken im Blick behaltend, beschreibt das Werk die faszinierende, komplizierte, von gegensätzlichen Kräften und Denkschulen vorangetriebene Entwicklung hin zum modernen Denken. Eine Einleitung, ausführliche Register und eine Bibliografie erschließen das Werk.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.08.2017

Für den hier rezensierenden Philosophen Enno Rudolph ist Thomas Leinkaufs zweibändiger "Grundriss Philosophie des Humanismus und der Renaissance" schlicht ein Meisterwerk. Informativ, kenntnisreich und präzise kann ihm der Münsteraner Philosophie-Professor auf knapp 2000 Seiten das philosophische Denken jener Epoche vermitteln, die er mit Blick auf Materialismus und Naturalismus nicht nur als "Renaissance", sondern auch als "frühe Neuzeit" bezeichnet, wie Rudolph informiert. Der Kritiker lobt den Autor nicht nur dafür, dass er den traditionellen Kanon der Artes liberales um den Themenbereich "Politik" erweitert, sondern liest auch mit großem Interesse Leinkaufs Porträt des florentinischen Arztes und Humanisten Marsilio Ficino, den er in den Mittelpunkt seines Renaissance-Panoramas setzt. Dass Darstellung und Kritik bisweilen durcheinander geraten und die argumentativen Passagen der reinen Erzählung ein wenig Raum nehmen, geht für den Rezensenten in Ordnung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.03.2017

Dirk Pilz erkennt die Überschneidungen zwischen Mittelalter und Moderne mit Thomas Leinkaufs geistesgeschichtlichem Porträt des Humanismus und der Renaissance. Die Information ist laut Rezensent allerdings nicht leicht zu bekommen, denn der Umfang ist abschreckend, und der Experte befürchtet ein allzu grobes Epochenbild. Dass der Autor mit "enormer Fleißarbeit" dennoch zu bemerkenswerten Erkenntnissen gelangt, liegt laut Pilz daran, dass er abseits der Philosophiegeschichte auch Exkurse in die Kunst sowie die Natur- und Technikgeschichte wagt und Geistesgeschichte nicht als chronologischen Aufstieg begreift, sondern als Geflecht von Wechselwirkungen. Wenn Leinkauf dabei immer wieder die Großbögen seiner Erzählung aus dem Blick verliert, erschwert das allerdings die Lektüre, moniert Pilz.

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