Thomas Manfred Brauns Studie betrachtet die Musik Stockhausens als Gegenstand ästhetischer Beurteilung. Entsprechend legt sie den Schwerpunkt der im Zentrum stehenden, detaillierten und sehr gut zu lesenden Analysen der Werke "HYMNEN. Elektronische und konkrete Musik" (1966/67) und "Xi für Bassetthorn" (1986) nicht auf technisch-formale, sondern auf ästhetische Aspekte. Die Analysen bleiben jedoch nicht auf die Kompositionen beschränkt, sie werden auf zentrale musiktheoretische Äußerungen des Komponisten ausgeweitet. Klar und präzise arbeitet Braun die "Prämisse der Innovation" und die "Kategorie des Schönen" als wesentliche Kriterien für Stockhausens Ästhetik heraus; der Schönheits-Begriff wird durch einen Rekurs auf Kants "Kritik der Urteilskraft" zudem philosophie-geschichtlich verankert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.06.2005
Mit Zustimmung hat der "rur." zeichnende Rezensent diese Studie Thomas Manfred Brauns über Stockhausens Ästhetik gelesen. Braun bleibe nicht bei "Verehrung und Andacht" für die Einzigartigkeit der Kompositionen Stockhausens stehen. Zu Recht halte er fest, dass durch eine Beschränkung der musikalischen Analyse auf deskriptive Aspekte die Musik "um ihre ästhetische Sinn- und Gehaltaussage gebracht" werde. Der Rezensent hebt hervor, dass Braun auch Stockhausens Schriften und Äußerungen mit einbezieht und analysiert, insbesondere das erstmals vollständig wiedergegebene Rundfunkgespräch zwischen Herbert Eimert und dem Komponisten aus dem Jahr 1953. Brauns These, dass "das ästhetische Urteil einerseits nicht unter das historische Urteil subsumierbar, anderseits aber auch nicht davon zu trennen" sei, kann der Rezensent nur beipflichten. Schließlich seien die Auswahlkriterien und Verarbeitungsweisen der Klangmaterialien etwa in Stockhausens "Hymnen - Elektronische und konkrete Musik" (1966/67) "verwirrend vielfältig und weder gehörmäßig noch spekulativ ganz nachvollziehbar".
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