Woran glaubten die 65 Millionen Deutschen im Dritten Reich? Welche Rolle spielte die "religiöse Frage" für Bestand und Stabilität des NS-Regimes? Wie dieses Buch zeigt, war die Hitlerzeit nicht, wie bisher weithin angenommen, von Säkularisierungsprozessen oder sogar von "Gottlosigkeit" bestimmt, sondern vielmehr von multiplen religiösen Erneuerungen geprägt. Bereits das politische Umbruchsjahr 1933 war von einem tiefgehenden "religious revival" begleitet. Eine uns heute paradox anmutende Gemengelage von christlichen Traditionsbeständen und einem völkisch-politischen Neuglaube spielte eine wesentliche Rolle im Nationalsozialismus.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.11.2021
Rezensent Matthias Drobinski bedauert, dass der Historiker Manfred Gallus sich bezüglich seines Themas detail- und materialreich vor allem in Berlin gut auskennt, den Rest Deutschlands aber etwas stiefmütterlich behandelt. Die Thesen des Autors zur Religiosität im "Dritten Reich" findet der Rezensent nämlich höchst spannend. Dass es mit der Vorstellung von der christlichen Opposition gegen Hitler nicht weit her ist, lernt Drobinski ebenso wie ihm Gallus neureligiöse völkische Glaubensbewegungen vorstellt. Gallus ist überzeugt, dass die Christen die Basis des NS-Regimes bildeten, den Widerstand evangelischer wie katholischer Christen lässt er aber nicht unerwähnt, stellt Drobinski fest.
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