Tiffany Watt Smith

Das Buch der Gefühle

Cover: Das Buch der Gefühle
dtv, München 2017
ISBN 9783423281218
Gebunden, 384 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Birgit Brandau. Manche Gefühle sind überwältigend, der Schrecken, wenn das Auto ins Schleudern gerät, oder die Euphorie, wenn man sich verliebt hat. Andere sind flüchtiger. Wenn Sie eine Überraschung für einen geliebten Menschen planen, empfinden Sie Vorfreude, aber auch eine leichte Angst. Was, wenn das Geschenk nicht gefällt? Oder: das kurze Behagen, wenn wir im Supermarkt nach einer vertrauten Ware greifen. Und dann gibt es Gefühle, vor denen wir am liebsten davonlaufen würden: die Eifersucht, die einen dazu bringt, die Taschen des Partners zu durchwühlen, oder die Scham, die sich zur Selbstzerfleischung steigern kann. Viele Hirnforscher meinen, dass sich die menschlichen Gefühle auf sechs oder acht Empfindungen reduzieren lassen. Das ist viel zu wenig, meint Tiffany Watt Smith. Und so geht sie weltweit auf Suche. Plötzlich bekommen auch bei uns unbenannte Emotionen einen Namen und eine Geschichte. In Japan etwa gibt es ein eigenes Wort für das Unbehagen, wenn man jemandem zu sehr verpflichtet ist: Oime. Die Aborigines haben 15 Begriffe für Angst. Die Inuit haben ein eigenes Wort für das zappelige Warten auf Besuch: Iktsuarpok. Auch deutsche Begriffe, die inzwischen international verwendet werden, wie Torschlusspanik oder Wanderlust, finden ihren Platz.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 01.04.2017

Rezensent Matthias Heine hat mit Tiffany Watt Smiths "Buch der Gefühle" seinen Wortschatz erweitert. Auch wenn die Autorin keinen Anspruch auf "enzyklopädische Vollständigkeit" erhebt, Begriffe wie "Frühlingsgefühle" etwa fehlen, lernt der Kritiker hier eine Vielzahl neuer Gefühlsregungen kennen. Er erfährt hier nicht nur, dass die westaustralischen Pintupi allein fünfzehn verschiedene Arten von Furcht unterscheiden oder dass es "ausgestorbene Gefühle" wie "acedia" oder "inhabitiveness" gibt,  sondern lernt auch, wie mit der Digitalisierung neue Gefühle entstehen: Als "Cyberchondrie" wird neuerdings etwa die Furcht, unter einer Krankheit zu leiden, über deren Symptome man im Internet gelesen hat, bezeichnet, klärt Heine auf.

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