Haben Gefühle eine Geschichte? Sind Gefühle und Gemütsbewegungen dasselbe? Unterliegen Emotionen einem historischen Wandel? Diese Studie erfasst erstmals die wissenschaftlichen Theorien des emotionalen Erlebens im Zeitraum von 1750 bis 1850, beschreibt und analysiert die wichtigsten Gefühle dieser Zeit und bringt sie in einen wissenschaftsgeschichtlichen Kontext. Aufgezeigt wird eine revolutionäre Veränderung in der Beschreibung und Interpretation von Emotionalität, die mit der Entstehung des Bürgertums in Zusammenhang steht. Dieser Wandel, so zeigt Jutta Stalfort, war an der Prägung der bürgerlichen Identität entscheidend beteiligt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2013
Die Historikerin Jutta Stalfort beschreibt in ihrem Buch "Die Erfindung der Gefühle" den Paradigmenwechsel in der Betrachtung unseres emotionalen Innenlebens, der sich zwischen dem achtzehnten und dem neunzehnten Jahrhundert ereignete, berichtet Robert Jütte. Sprach man zuvor von "Gemütsbewegungen", die religiös-eifrig in gute und schlechte, erhabene und diesseitige eingeteilt wurden, die aber noch nicht von einer rein sinnlichen Wahrnehmung getrennt waren, entwickelte sich auf der Grundlage vor allem der Erkenntnistheorie von John Locke ein neues Schema, das zwischen objektiver Erkenntnis und subjektivem Empfinden unterschied, wobei dem letzteren dann die "Gefühle" zugeschrieben wurden, erklärt der Rezensent. Ganz klar ist die Unterscheidung beider Konzepte in der Rezension allerdings nicht geworden. Für weitere Untersuchungen böte sich jedenfalls die geschlechtergeschichtliche Dimension des prognostizierten Paradigmenwechsels an, findet Jütte.
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