Aus dem Englischen von Johann Christoph Maass. Friedensverhandlungen auf dem Zauberberg: Edvard Behrends ist ein erfahrener Diplomat, hochgeschätzt für sein Geschick, Friedensabkommen zu vermitteln, egal wie verhärtet die Positionen sind. Nun soll er Frieden stiften zwischen zwei Bürgerkriegsparteien aus dem Nahen Osten, mit denen er in einem abgelegenen Berghotel in den Tiroler Alpen festsitzt. Doch die frische Bergluft zeigt keine heilende Wirkung, die Verhandlungen gehen nur schleppend voran, und die verfeindeten Fraktionen drohen immer wieder mit ihrem Abbruch. Echter Fortschritt ist eine Hoffnung, aber noch nicht in Sicht. Zuflucht sucht Edvard in der Musik, der Natur, der Literatur - und bei Anna, die für ihn alles bedeutet, mit der er sich verbunden fühlt wie mit niemandem, die omnipräsent ist und so quälend abwesend.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 31.01.2022
Rezensent Samuel Hamen rät ab von Tim Finchs Tagebuch-Roman über einen feinsinnigen Diplomaten, der einerseits gegen Menschenrechtsverletzungen im Nahen Osten, andererseits gegen einen privaten Verlust ankämpft. Die Verschränkung von Privatem und Politischem funktioniert zumindest in diesem Text laut Hamen überhaupt nicht, sondern führt zur Verhedderung und "Verflachung" beider Sujets. Ärgerlich findet Hamen überdies die Geschwätzigkeit und die "staksige" Sprache des lateinaffinen Diplomaten. Der Text wirft beim Rezensenten letztlich mehr Fragen auf, als dass er Antworten liefert.
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