Mit Beiträgen von Evelyn Benesch, Marian Bisanz-Prakken, Rainald Franz, Anette Freytag, Christoph Grunenberg, Hansjörg Krug, Susanna Partsch, Angelina Pötschner und Michaela Reichel. Zu seinen Lebzeiten galt Gustav Klimt den einen als Modernist von schockierender Radikalität, den anderen als überschätzter Dekorationsmaler mit anrüchigem Lebenswandel - ein Skandalon in jedem Fall. Tobias G. Natter, Direktor des Leopold Museums in Wien, richtet in seiner materialreichen Monografie ein verstärktes Augenmerk auf Klimt in der Einschätzung seiner Zeitgenossen und in seinen Selbstäußerungen - so ist Klimts beinahe gesamte Korrespondenz hier abgedruckt. Einzelne Essays widmen sich Klimts Œuvre von seiner Befreiung aus dem Historismus über seine Frauendarstellungen bis hin zur Landschaftsmalerei seines Spätwerks und seinen Zeichnungen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.12.2012
Es ist Klimt-Jahr, sein 150. Geburtstag. Rezensent Gottfried Knapp ist bereits reichlich übersättigt, und dann kommt noch dieser "Klimt-Sarg" von Taschen an! Da braucht man ein extra großes Lesepult, murrt er, sonst kann man den Band gar nicht richtig aufschlagen. Beim Blättern wird er aber freundlicher und gibt zu: So schön hat er die Wandgemälde und -dekorationen Klimts noch nie gesehen. Meist sind sie ja viel zu hoch angebracht, um wirklich betrachtet werden zu können. Vor allem die "spektakulären" Mosaikzyklen im Brüsseler Palais Stoclet findet er vorbildlich in den verschiedensten Maßstäben dargestellt. Auch das malerische Spätwerk ist sinnvoll zusammengestellt, außerdem das ganze Werk Klimts katalogisiert und die Briefe des Malers abgedruckt. Wer Klimt liebt, kommt an diesem Monumentalband dann doch nicht vorbei, bekennt Knapp knapp.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2012
Rose-Maria Gropp gerät über den Klimt-Band im Folioformat ziemlich ins Schwärmen. Auf sechshundertsechzig Seiten führt das Buch chronologisch durch die Gesamtkunstwerke des Jugenstilmeisters: Zwickelbilder, "Heiliger Frühling", Paradies-Fries im Brüsseler Stoclet-Palais. Gerade diese letzte Arbeit ist es, die Tobias G. Natters Buch von einem ähnlichen Projekt des Prestel-Verlages vor fünf Jahren abhebt. Das Palais - samt Fries - befindet sich noch immer im Besitz der Familie; der Fotograf Luciano Romano hatte das Glück, für den Band Zutritt zu bekommen, verrät die Rezensentin. Gropp kann gar nicht genug kriegen von den Bildern: von der kühnen "Verschmelzung von Gestalt und Ornament", von den kostbaren Materialien, der Opulenz und dem allgegenwärtigen Gold. Es ist das "vielleicht kostbarsten Esszimmer der Welt", staunt sie. Für das berüchtigte Endlager Kaffeetisch findet die Rezensentin das Buch definitiv zu schade.
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