Tom Hillenbrand

Qube

Thriller
Cover: Qube
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2020
ISBN 9783462054408
Kartoniert, 560 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

London, 2091. Investigativjournalist Calvary Doyle wird auf offener Straße niedergeschossen. Zuvor hatte der Reporter zum Thema Künstliche Intelligenz recherchiert. Die auf KI-Gefahrenabwehr spezialisierte UNO-Agentin Fran Bittner beginnt in dem Fall zu ermitteln. Der Journalist besaß anscheinend neue, beunruhigende Informationen über den berüchtigten Turing-Zwischenfall, bei dem die Menschheit die Kontrolle über eine KI verlor. Die KI befand sich seinerzeit in einem Quantencomputer, einem sogenannten Qube. Gibt es womöglich noch einen solchen Würfel, mit einer weiteren digitalen Superintelligenz darin? Und kann Fran Bittner den zweiten Qube finden, bevor jemand auf die Idee kommt, ihn zu aktivieren?

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 25.04.2020

Rezensent Kolja Mensing hat Tom Hillenbrands Fortsetzung des Bestsellers "Hologrammatica" mit Begeisterung gelesen: Nach einem Mordanschlag im Jahr 2091, in dessen Folge der Journalist Calvary Doyle sein zerstörtes Gehirn durch eine digitale Kopie ersetzen lässt, versucht er herauszufinden, mit wem er sich bei seinen Forschungen zu KI zuletzt angelegt hat; sein letzter Brain-Scan, die Vorlage für sein neues Hirn, ist leider ein paar entscheidende Tage zu alt, referiert Mensing, der diesen Einfall für so amüsant wie kreativ hält. Großartig findet er außerdem, mit welcher Leichtigkeit der Autor ein Gender-Experiment einbaut und wie lässig Hillenbrand mit den großen Fragen rund um KI spielt - politische, philosophische und spirituelle Abgründe in Action- und Sitcom-Format, jubelt der Kritiker.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.04.2020

Rezensent Bernd Graff geraten die Empathiewerte durcheinander mit Tom Hillenbrands neuem Sci-Fi-Crime. Dass der Autor wie kein Zweiter  "plausible Fantasy" zu erschaffen vermag, indem er etwa das London des Jahres 2091 durchaus nah an unserer Gegenwart ansiedelt, nur alles eine Spur weiterdreht und aus dem Heute ableitet, weiß Graff. Daher findet er auch Hillenbrands neue Story um einen supercleveren, latent bösen Quantencomputer, einen nach Unsterblichkeit lechzenden Jetsetter und eine tote Investigativjournalistin durchaus greifbar. Weil in dieser Geschichte die KI bald fröhlich Urständ feiert und die Frage, ob jemand oder etwas tot oder lebendig ist oder in welcher Form er, sie oder es erscheint, nicht mehr relevant ist, kann Graff nicht wirklich mitleiden. Für Fatalisten bietet der Text aber immer noch genügend Anknüpfungspunkte, meint er.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.03.2020

Tom Hillenbrands "Qube" ist Science Fiction nach allen Regeln der Kunst, lobt Rezensent Tobias Gohlis. Trotzdem können diesen Roman dank Hillenbrands Humor auch Leser genießen, die keine Genre-Fans sind, glaubt er. Während im Vorgängerroman "Hologrammatica" erzählt wurde, wie eine allmächtige Künstliche Intelligenz die Erde vor der Klimakatastrophe rettete und anschließend zur Sicherheit der Menschheit zerstört wurde, geht es in "Qube" nun um die Frage, was ein mögliches Überleben dieser KI für die Welt bedeuten würde, und ob die Menschheit dem Produkt ihrer eigenen Fantasie gewachsen ist. Tobias Gohlis ist begeistert: Hier geht es um nichts weniger als die "großen Menschheits- und Moralprobleme", lobt er.

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