Die Kunst der Gegenwart ist ein Unternehmen der permanenten Neuordnung von Zuständigkeiten. Überzeugt, dass Reflexivität und Materialität in der Kunst seit den 1950er Jahren ebenso grundlegend verschränkt sind wie Ästhetik und Politik, untersucht Tom Holert in seinen Beiträgen, wie Kunst ihre Reichweite verändert, Formen des Wissens und Handelns beansprucht und transformiert, die lange außerhalb ihres Einzugsgebiets verortet wurden. Das deskilling der nachmodernen Kunst, der Verlust eines verbindlichen Kanons der Medien, Fragestellungen und Verfahren, hat zu einer Expansion der Themen und Methoden geführt. Entsprechend verlagerte sich die kunstkritische Diskussion von einer Erörterung der Begriffe der Kunst hin zu einer Aufzeichnung ihrer Übergriffe.
Ingo Arend ist begeistert. Wie der Kunstwissenschaftler Tom Holert dem Dilemma des sich selbst erklärenden Künstlers entkommt, indem er, hier an 11 ausgewählten Texten zu besichtigen, leise, selbstreflexiv und ohne schnelle Urteile über Gegenwartskunst schreibt, hat den Rezensenten schwer beeindruckt. Zwar einfühlend, aber doch mit eigenem Referenzsystem, so erläutert Arend Holerts Vorgehensweise, analysiere der Autor komplex, differenziert und stets anschaulich eher unbekannte Künstler, wie Stephen Prina oder Josephine Pryde und deren Arbeiten. Das Kennenlernen der Charakteristika und Strategien der Gegenwartskunst gehört für Arend zu den Früchten dieser Lektüre.
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