Teddybär Otto erzählt hier die Geschichte seines ungewöhnlichen Bärenlebens. Eines Tages gerät er in die Hände von David, einem jüdischen Jungen, irgendwo in einer deutschen Stadt. Zusammen mit seinem besten Freund Oskar versucht David, dem Bären das Schreiben beizubringen. Während die Jungen glücklich mit dem Bären spielen, wird die Idylle von den politischen Veränderungen jäh zerbrochen.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 14.10.1999
Die Frage, ob Krieg und Nazi-Terror ein geeignetes Thema für ein Bilderbuch darstellen, beantwortet Ute Blaich mit ja - zumindest im Falle von Tomi Ungerers "Otto". Denn der Einfall, einen Teddy als Zeitzeugen ins Spiel zu bringen, bewahre Ungerer vor überflüssigem Pathos und Pädagogisieren. Gerade der lapidare Stil und die knappen Zeichnungen machten die Wirkung aus: "Was er sagen will, wird Konzentrat", schreibt Blaich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Monika Osberghaus hat zwar auch ein paar Einwände gegen Toni Ungerers Bären-Buch, aber insgesamt erliegt
sie dem Charme des Tiers. Otto, der Teddy-Bär, erzählt hier seine Autobiographie. Der Bär gehört ursprünglich
einem jüdischen Jungen, der deportiert wird. Dann gerät er an einen amerikanischen Soldaten und endet im
Schaufenster eines Trödlers, bis er schließlich doch wieder zu dem Jungen findet, der überlebt hat. Dieses
Erzählmuster, bemerkt Osberghaus, gebe es oft bei Geschichten über Spielzeug und streife den Kitsch. Aber Ungerers Bär überzeugt durch Würde: "Immer hat er den konsternierten Blick, der für Teddybären so typisch ist." Die Zeichnungen des Bären bezaubern die Rezensentin einfach, und so verzeiht sie es Ungerer, dass die anderen Zeichnungen manchmal ein bisschen zu "hastig hingeworfen" sind. Die Rezensentin verspricht, dass Kinder Otto lieben werden.
Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…