Tommy Jaud

Resturlaub

Das Zweitbuch
Cover: Resturlaub
Scherz Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN 9783502110040
Kartoniert, 253 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Seine Eltern wollen endlich mal Enkel. Seine Kumpels wollen, dass er sich endlich ein Eigenheim zulegt, und sein Chef besteht darauf, dass das Apostroph im Firmenslogan da bleibt, wo es seit 37 Jahren steht. Als dann auch noch auf einer Hochzeitsfeier seine Freundin Kinderwünsche äußert, weiß der Brauerei-PR-Manager Peter 'Pitschi' Greulich (36), was er will: Raus aus der Provinz, raus aus seinem kleinbürgerlichen Leben. So schnell und so weit weg wie möglich. Keine zwei Tage später sitzt Peter an Bord des Iberia-Fluges 8743 nach Buenos Aires, wo er von einem Neuanfang am anderen Ende der Welt träumt. Doch statt der großen Freiheit wartet eine bizarre Kette von Missgeschicken und tragisch-komischen Unglücksfällen auf den Provinzflüchtling.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.12.2006

Wenig anfangen kann Verena Mayer mit dem neuen Roman Tommy Jauds, den sie als "männliche Antwort" auf Susanne Fröhlich oder Ildiko von Kürthy betrachtet. Das Buch variiert für sie den ersten Bestseller des Autors, in dem es um einen Angestellten ging, der ein neues Leben mit mehr Sex will, nur geringfügig. Die Spannung bezieht der Roman ihrer Analyse zufolge vor allem aus dem vermeintlichen Umstand, dass Frauen Kinder wollen, was Männern mächtig Angst macht. Sie garniert ihre Besprechung mit Zitaten aus den begeisterten Kundenrezensionen von amazon.de, um zu demonstrieren, dass es sich hier eigentlich um ein Buch für TV-Comedy geprägte Nicht-Leser handelt. Dass der Autor auch als Gag-Schreiber für die Sat-1-Wochenshow arbeitet, wundert sie da nicht weiter. Für den Humor des Autors und die meist in fränkischem Dialekt gehaltenen Dialoge kann sie sich dennoch nicht erwärmen. Allerdings will sie dieses Buch, das als Unterhaltung zu wenig, als Witzbuch zu viel sei, am Ende nicht über Gebühr schlecht reden. "Dieses Buch will nichts", resümiert sie etwas resigniert, "es ist nicht einmal besonders schlecht geschrieben oder dumm".

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.09.2006

Der Rezensent Alexander Leopold löst das Dilemma, dass er sich von dem populärliterarischen neuen Buch von Tommy Jaud offensichtlich gut unterhalten fühlt, das aber kaum zugeben will, indem er zwei befreundete Männer über Lesevorlieben streiten lässt. Der eine ist Literaturkritiker, der andere lässt sich lieber von Büchern unterhalten und muss sich dementsprechend viel Häme gefallen lassen. Und natürlich scheiden sich die Geister der beiden an Jaud. Während der Rezensent seinen Literaturkritiker sagen lässt, dass sei "einfach nur das totale Vollidiotentum, Stammtischliteratur, Stuckrad-Barre für ganz, ganz Arme", erkennt sich der Freund in Jauds Buch wieder. Und was auch nicht zu unterschätzen ist: "Er lachte sich schief und scheckig."

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.07.2006

Ursula März kann sich eigentlich nicht erklären, wie es dieses Buch auf die Bestsellerlisten geschafft hat. Einziger Anhaltspunkt: die WM. Denn das Buch spielt in Franken, und mit Adidas und Puma schlägt dort das Herz der Turnschuhindustrie. Worum es in dem Buch aber offenbar gar nicht geht. So weit die Rezensentin uns informiert, geht es um den Bamberger Pitschi, den das Fernweh nach Buenos Aires zieht, den die Freundin jedoch in der Provinz hält. Die Geschichte reichert Tommy Jaud, früher Comedy-Texter bei Sat.1, mit reichlich fränkischen Spezialitäten an, wobei der kundigen Rezensentin das Fränkisch zu kompromisslerisch daherkommt. Jaud schreibe recht witzig, bilanziert März, "aber so witzig auch wieder nicht".
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