Aus dem Spanischen von Thomas Brovot und Christian Hansen. Fernando Castelli, Filmfreak aus Buenos Aires, will's wissen: Das oscarverdächtige Thriller-Drehbuch, das er im Sinn hat, erprobt er erst einmal selbst auf seine Tauglichkeit. Leichen pflastern seinen Weg zum Ruhm, und ein paar Ohren dienen als Trophäen. Wenn das letzte abgeschnitten ist, ist das Drehbuch fertig.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.2002
Aus der tristen Existenz des 30jährigen Antihelden und Cineasten Fernando Castelli, der voraussichtlich nur davon träumen kann, ein Drehbuch zu schreiben, das ihn zu einem "Sieger" macht, entwickelt der Autor Jose Pablo Feinmann mit "Tempo" seine "kunstvoll komponierte" Geschichte, freut sich der Rezensent Burkhard Scherer. Feinmanns Kriminalroman hebe sich dabei wohltuend von den neuerdings vor allem "subtil" und "sensibel" daherkommenden Werken dieses Genres ab: "mal ironisch, mal blutig-burlesk, mal satirisch" lässt der Autor inmitten eines "zahlreichen Personals an langer Leine" das Drehbuch entstehen - und zwar mit Hilfe von Jack the Ripper und Greta Toland, einer Filmproduzentin, und, so verspricht Burkhard Scherer, mit verblüffendem Ende. Das Ganze ist so spannend, dass unser Rezensent das Buch nicht aus den Händen legen mochte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.09.2001
Der Roman ist vor sieben Jahren in Spanien erschienen und liegt nun in Übersetzung vor (die Rezensentin lobt die treffende Übertragung argentinischer Vulgärsprache ins Deutsche). Ort der Handlung ist Buenos Aires. Der Protagonist Fernando Castelli ist auftragsloser Drehbuchautor und ein Cineast erster Güte, denn er kennt alle Filme und ihre Daten. Das Glück ist ihm hold, er soll ein Drehbuch mit viel Sex und Crime schreiben, wobei ihm schließlich Jack the Ripper (als Alter Ego oder als Immanation?) helfend zur Seite steht. Der besseren Anschaulichkeit beim Schreiben wegen begeht Castelli die Morde in Wirklichkeit und signiert sie im Wortsinne mit dem abgeschnittenen und ins Blut getauchten Ohr des Opfers. Was ist die Botschaft, was der Sinn?, fragt Rezensentin Kersten Knipp. Kritik am Filmgeschäft? Psychologie des Verbrechens? Des Rezensenten Antwort: "Was Hollywood kann, kann Buenos Aires schon lange".
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